Fußball-WM in Russland sorgt für neue Geschäftschancen

Russland eilt von einem Großereignis zum nächsten. Jüngster Coup ist der Zuschlag für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018.

 

München/Sotschi   -  06.12.2010

Im Unterschied zur Winterolympiade 2014 in Sotschi wird diesmal nicht nur eine Region davon profitieren, sondern der gesamte europäische Teil des Landes. Neben 13 Stadion-Neubauten und drei Umbauten sind neue Autobahnen, Schnellbahntrassen und Hotels nötig. Deutsche Unternehmen können ihre Erfahrungen aus Sotschi nutzen, um auch für die WM 2018 gut ins Geschäft zu kommen.

Russland hat im kommenden Jahrzehnt ausreichend Möglichkeiten, sich in der Welt ein neues, vielleicht moderneres Image zu verpassen. Schon 2012 lädt Wladiwostok zur Asien-Pazifik-Konferenz, was milliardenschwere Investitionen in der Fernost-Metropole nach sich zieht. Ein Jahr später ist Kasan Austragungsort der Welt- Studentenspiele Universiade, und Moskau richtet die Leichtathletik-WM aus.

Danach versammelt sich 2014 die globale Wintersportelite in Sotschi. Den nächsten Paukenschlag hat der Weltfußball-Verband Fifa Russland Anfang Dezember beschert: Das Land darf die Weltmeisterschaft 2018 austragen. Für deutsche Unternehmen ist diese Entscheidung ein Glücksfall. Denn sie haben sich schon bei den vorher anstehenden Großereignissen bestens ins Szene gebracht. Allein für die Olympischen Winterspiele in Sotschi haben nach Angaben der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) schon über 50 deutsche Firmen Lieferaufträge bekommen.

Die Vorbereitungen für die WM 2018 erfordern ungleich mehr Baumaßnahmen in Russland. Wie die Tageszeitung Wedomosti berichtete, werden rund 50 Mrd. US$ gebraucht, um das Land fit zu machen für den World Cup. Es ist zu erwarten, dass Moskau wieder viele Großkonzerne des Landes - ähnlich wie in Sotschi - zu einem finanziellen Engagement bewegen wird.

Allein für die 13 Stadionneubauten und drei Rekonstruktionen sind 3,82 Mrd. US$ nötig. Der Großteil der Investitionen soll aus dem russischen Staatshaushalt kommen. Nur für das Dinamo-Stadion (WTB-Bank), das Spartak-Stadion (OOO Spartak) in Moskau und die Arena in Sankt Petersburg (Stadthaushalt) sind andere Quellenm vorgesehen. Als Bauzeit wird der Zeitraum 2011 bis 2017 angegeben. Das Eröffnungspiel sowie das Finale finden im Moskauer Luschniki-Stadion statt. Rund um die Sportstätten wird noch viel zusätzliche Infrastruktur benötigt. Erst vier Stadien haben laut Fifa genügend Parkplätze für den zu erwartenden Besucheransturm. Neben den Stadien verlangt der Weltfußballverband 64 moderne Trainingsplätze für die teilnehmenden Mannschaften.

Geographisch erstrecken sich die 13 russischen WM-Standorte von der westlichen Exklave Kaliningrad bis hinter den Ural nach Jekaterinburg. Zwischen beiden Städten liegen 3.100 Kilometer. Die Vergabe der WM nach Russland könnte daher dem ehrgeizigen Infrastruktur-Programm des Landes mehr Dynamik verleihen. Laut Wedomosti wären zur Abwicklung des Großereignisses 7.700 Kilometer neue Straßen und 2.000 Kilometer Schienenwege nötig.

Denn die Fans reisen ihren Mannschaften bei Weltmeisterschaften gern hinterher. Das Städte-Hopping kann in Russland per Bahn oder Auto aber mehrere Tage dauern, wenn das Autobahn- und Schienennetz nicht erneuert wird. Immerhin stehen vier derm 16 WM-Arenen in Moskau.

Insgesamt sollen über 3,1 Millionen Tickets verkauft werden. Das sorgt auch für immensen Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten. In seiner Bewerbung hat Russland zwar angegeben, über 100.000 Hotelbetten in den einzelnen Städten zu verfügen (und hat damit die Fifa-Anforderungen von 60.000 übererfüllt). Dennoch sind Austragungsorte wie Jaroslawl oder Saransk nach heutigem Stand längst nicht in der Lage, Unterkunft für 40.000 Fußballfans zu bieten. Außerdem müssen mindestens 34 Team-Hotels entstehen (zwei pro Stadion). Davon existieren bislang erst 28. Der
Hotelbau wird also stark von der WM profitieren.

Kritik übt die Fifa noch an Russlands Verkehrskonzept für die Weltmeisterschaft. Sechs Städte sollen über ein Hochgeschwindigkeits-Bahnnetz verbunden werden. Der Rest wird auf dem Luftweg angeflogen. Allerdings seien die Flughafen-Kapazitäten noch unzureichend, heißt es in der Fifa-Einschätzung zur russischen Bewerbung. Negativ werden auch die aktuell zu hohen Hotelpreise im Land beurteilt.

Quelle: Germany Trade & Invest

 

 

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