07.06.2005
München (07.06.05) - „Was wir seit Jahren vorausgesagt haben, ist nun leider eingetroffen: Der Beschäftigungsabbau in der deutschen Bauwirtschaft hat nach den nun vorliegenden Märzzahlen die 50-Prozent-Schwelle überschritten“, beklagt Gerhard Hess, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Bauindustrieverbandes.
Seit 1994, dem bislang letzten guten Baujahr in Deutschland, hat sich die Anzahl der Beschäftigten im deutschen Bauhauptgewerbe um fast 720.000 verringert; das sind beinahe 52 Prozent des damaligen Beschäftigungsstandes, erläutert Hess. „Dies hatte schlimme Folgen für die betroffenen Baubeschäftigten und auch für die Bauunternehmen, die an fehlenden Aufträgen kaputtgingen oder sich drastisch gesundschrumpfen mussten.“
Doch – so schlimm das sei – es sei noch nicht der Kern des Problems, so Hess. Für den Hauptgeschäftsführer des Bau-industrieverbandes ist am bedrückendsten, dass der Beschäftigungsabbau am Bau und die schlechte Lage der Bauwirtschaft nur der offensichtlichste Ausdruck des Zustandes unserer Gesellschaft und unseres Landes sei.
Hess: „Die Folgen dieser falschen Politik sehen wir täglich, wir spüren sie andauernd“. Hess verweist auf den Zustand unserer Verkehrsinfrastruktur, vieler öffentlicher Gebäude sowie – weniger leicht sichtbar - der Kanäle und Leitungen im Untergrund.
Doch damit noch nicht genug. Hess: „Es kommt noch schlimmer: Die Politik hat es versäumt, das Land fit für die Zukunft zu machen.“ Zur Bekräftigung seiner These verweist Hess auf den bislang in Deutschland immer noch nicht geschaffte Neuausrichtung unserer Verkehrsinfrastruktur auf seit 15 Jahren an Bedeutung zunehmende West-Ost-Ausrichtung. Hess: „Deutschland hat die sich durch seine europäische Mittellage ergebenden Chancen der EU-Osterweiterung noch nicht realisiert. Es hat sie noch nicht in konkrete Ausbauprojekte umgesetzt.“ Das betrifft neben unserem Fernstraßennetz auch die Schieneninfrastruktur der Bahn sowie die Wasserstraßen.
Hess abschließend: „Deutschland hat viel Zeit vertan. Aber noch ist es nicht zu spät. Reißen wir das Ruder herum. Nur mit mehr Bauen kommt Deutschland aus der Krise. Nur wenn es der Bauwirtschaft besser geht, schaffen wir auch einen nachhaltigen Beschäftigungsaufbau.“ Ohne Bau kein Wachstum!
Quelle: Bayerischer Bauindustrieverband
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