Verhaltenskodex für Freie Berufe

21.07.2005

Einen "Verhaltenskodex" für alle Freien Berufe hat der Präsident des Bundesverbandes Freier Berufe, Dr. med. Ulrich Oesingmann, in München angeregt. Anlässlich einer Vorlesungsveranstaltung in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften warb Oesingmann dafür, die Bindung Freier Berufe an das Gemeinwohl im Alltag stärker sichtbar zu machen und verstärkt in das Bewusstsein der Berufsträger zu rücken: "Wir müssen uns der positiven Wertschätzung unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger wieder bewusst werden. Nicht von ungefähr genießen die Freien Berufe in allen aktuellen Umfragen höchste soziale und gesellschaftliche Anerkennung." Maßstäbe freiberuflichen Wirkens seien Vertrauen, Transparenz, Wissensvorsprung und Wissenserhalt durch Fort- und Weiterbildung. Gegen die "Ökonomisierung des Denkens" stehen nach Auffassung Oesingmanns Werte, von Baukultur bis Steuergerechtigkeit, von Gesundheit bis Rechtsfrieden, die von Angehörigen Freier Berufe durch persönliche Zuwendung zu ihren Kunden, Mandanten und Patienten erarbeitet werden.

Dabei beklagt der Präsident des Bundesverbandes Freier Berufe die latente Diskussion über vermeintlich günstigere wirtschaftlichere Rahmenbedingungen für Ärzte und Apotheker, Rechtsanwälte und Steuerberater, Architekten und Ingenieure. Oesingmann: "Zwar hat sich seit 1970 die Zahl der selbstständigen Freiberufler in Deutschland nahezu verfünffacht und auch die Zahl derer, die einen Freien Beruf in Anstellung ausüben, ging steil nach oben. Der Rückschluss, dass es dabei allen gut geht, ist jedoch verfehlt."

So würden die Heilberufe immer mehr zu "Lotsen des Mangels", die rechts- und wirtschaftsberatenden Berufe werden von einer steigenden Zahl von Berufsanfängern überflutet, die technischen Freien Berufe durch das Vordringen gewerblicher Generalunternehmen gefährdet und die Künstler vom Spardiktat der öffentlichen Haushalte und der Kaufzurückhaltung privater Anleger in Mitleidenschaft gezogen.

Verband Freier Berufe in Bayern e. V.

 

 

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