Vor einem massiven Mangel an Wohnungen hat die Bayerische Bau- und Wohnungswirtschaft gewarnt.
München - 11.05.2009
Neben der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau gehören der Aktionsgemeinschaft „Impulse für den Wohnungsbau in Bayern“ zehn weitere Verbände, Gesellschaften und Interessengruppen an. In Bayern würden seit Jahren zu wenig Wohnungen gebaut, sagte Sprecher Dr. Hannes Zapf am Montag in München. Ursache dafür sei das von der Politik auf Bundes- und Landesebene umgesetzte Steuer- und Mietrecht. „Wenn dieser Trend nicht umgekehrt werden kann, werden die Menschen künftig nicht wohnen können, wo sie wollen und sie werden nicht mehr in einem Umfeld leben können, das sie sich selbst ausgesucht haben“, sagte Zapf. Zu den Forderungen der Aktionsgemeinschaft zählen unter anderem eine Erhöhung der degressiven Abschreibung beim Neubau von Mietwohnungen, eine Aufstockung der KfW-Fördermittel und reduzierte Mehrwertsteuersätze für Leistungen von Handwerkern. Auch eine Abrissprämie für Altgebäude wurde angeregt.

Vorstandsmitglied Dipl.-Ing. Alexander Lyssoudis (2.v.r.) stand für die Bayerische Ingenieurekammer-Bau den Journalisten für Fragen zur Verfügung.
Im vergangenen Jahr wurden rund 32.000 Wohnungen in Bayern fertig gestellt. Das ist der niedrigste Wert seit Bestehen der Bundesrepublik und entspricht einem Rückgang von 16 Prozent im Vergleich zu 2007. Nach Ansicht der Aktionsgemeinschaft werden viel zu wenige Neubauten erstellt, denn der jährliche Bedarf liege laut Untersuchungen bei rund 82.000 Wohnungen. Mehrere Studien und Prognosen belegen: Vor allem in den Ballungsräumen ist die Nachfrage nach Wohnungen höher, als das Angebot. Die Folge: Selbst nicht mehr zeitgemäße Wohnungen können mangels Angebots zu überhöhten Preisen weitervermietet werden.
Nicht nur die Zahl der Wohnungen, auch ihr Zustand sind laut Aktionsgemeinschaft diskussionswürdig, denn: „Etwa 83 Prozent des heutigen Wohnungsbestandes erfüllen die aktuellen Kriterien für wirtschaftlich sinnvolle und energieeffiziente Wohnbauten nicht“, heißt es in dem Positionspapier der Aktionsgemeinschaft. Abhilfe können hier laut Alexander Lyssoudis, Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, Bauingenieure schaffen. Anhand von Berechnungen können die Fachleute Vorschläge unterbreiten, wie die die Gebäude energieeffizienter werden. Energieberater vor Ort kann die Bayerische Ingenieurekammer-Bau nennen.
Um den Wohnungsmangel zu beheben sei die Politik gefragt, die für bessere Rahmenbedingungen eintreten müsse. Hierzu zählten in erster Linie die Erhöhung der degressiven Abschreibung beim Neubau von Mietwohnungen, die Einführung von Klimaschutzabschreibungen für energetische Sanierungen bei Mietwohnungen und von Steuerermäßigungen für Energiesparmaßnahmen an selbst genutzten Wohnungen. „Die bei vielen Förderprogrammen geforderte Umsetzung von Maßnahmenpaketen zur energetischen Modernisierung überfordert viele Eigentümer“, hat Lyssoudis beobachtet. Daher sollten auch anhand einer Energieberatung als sinnvoll ausgewiesene Einzelmaßnahmen gefördert werden. Bonusprogramme schaffen eine ideale Ergänzung, um neue Technologien den Schritt über die Wirtschaftlichkeitsschwelle zu erleichtern. Weitere Forderungen sind: Einführung reduzierter Mehrwertsteuersätze für Energiesparmaßnahmen und arbeitsintensive Bauleistungen im Wohnungsbau sowie eine Reihe weiterer aufeinander abgestimmter Maßnahmen, zu denen auch eine investitionsfreundliche Gestaltung des Mietrechts zählt.
„Wir wollen mit unserer Initiative auf die unbefriedigende Entwicklung des Wohnungsbaus in Bayern hinweisen und mit einer Analyse der Situation und der Auswirkungen des Einsatzes von steuerlichen Förderinstrumenten eine politische Debatte über Notwendigkeit einer zukunftsgerichteten Wohnungsbaupolitik in Gang bringen“, so Zapf.
Das vollständige Positionspapier zum Runterladen finden Sie HIER.
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