Impulse pro Kanalbau – Aktionsbündnis appelliert an die Politik

5-Punkte-Forderungskatalog verabschiedet

 

München   -  30.08.2012

Der Zustand des Netzes zur Abwasserentsorgung in Deutschland muss als dramatisch eingeschätzt werden. Deshalb formierten sich bundesweit rund 20 Verbände aus den Bereichen Wirtschaft, Industrie, Gewerbe, Gewerkschaft sowie Universitäten zum Aktionsbündnis „Impulse pro Kanalbau“. Ziel der Kampagne ist es, auf Folgen des erheblichen Investitionsstaus durch die öffentliche Hand aufmerksam zu machen. Auch die Bayerische Ingenieurekammer-Bau ist Mitglied des Bündnisses.

Die Organisationen der Kampagne Impulse pro Kanalbau fordern in ihrem 5-Punkte-Katalog: Schluss mit dem Investitionsstau! Stattdessen ein nachhaltiger Schutz von Mensch und Natur durch eine sinnvolle Sanierung oder Erneuerung der defekten Abwasserentsorgungsanlagen.

Die Forderungen auf einen Blick

  1. Betrachtung der drei Aspekte der Nachhaltigkeit bei der Kanalisation angesichts der hohen Anlagenwerte: Wirtschaftlichkeit, Ökologie und soziale Gesichtspunkte. Vor allem bei kostenintensiven und auf Langlebigkeit ausgerichteten Anlagewerten, wie sie die Kanalisation mit geschätzten 687 Mrd. Euro darstellt, spielt Wirtschaftlichkeit eine erhebliche Rolle. Ökologische und soziale Aspekte der Nachhaltigkeit, also Schutz der Natur und des Menschen, stellen gesamtgesellschaftliche Aufgaben dar.
  2. Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben: Erhöhung der Inspektionsrate der Kanalisation. EU-Wasserrahmenrichtlinie WRRL und Wasserhaushaltsgesetz WHG schreiben Inspektionen vor. Das Risiko, dass nicht inspizierte, schadhafte Kanäle weiterhin zur Verunreinigung von Gewässern beitragen, ist zu hoch. Die Verunreinigung eines Gewässers durch den Betrieb undichter Kanäle stellt einen Straftatbestand nach § 324 StGB dar.
  3. Beenden der Gefährdung des Grundwassers durch Exfiltration und Schluss mit der Grundwasserverschwendung durch Infiltration mangelhaft sanierter Kanäle. Der Austritt von Abwasser – Schätzungen zufolge sind dies bis zu 440 Mio. m3 pro Jahr – stellt eine ernsthafte Bedrohung des Grundwassers als Trinkwasser-Reservoir dar. Zudem ist es reine Ver-schwendung, wenn im Durchschnitt von 10 m3 Grundwasserentnahme 6 m3 zur Nutzung ins Trink-wasser und 4 m3 ungenutzt in Abwassernetze und Kläranlagen gelangen.
  4. Beenden des massiven Investitionsstaus und Einhalten einer sinnvollen jährlichen Investitionsquote. Allein um den Wert der Kanalisation zu erhalten, müssten bei einer angenommen Lebensdauer von 100 Jahren mindestens 6 bis 7 Mrd. Euro pro Jahr investiert werden. Stattdessen sind dies gegenwärtig nur 1,4 Mrd. Euro, also nicht mal ein Fünftel dessen.
  5. Aufstellen eines individuellen Sanierungs- bzw. Erneuerungskonzeptes für die Kanalisation. Ein angemessener Grundwasser-, Boden- und Gesundheitsschutz sollte neben ökonomischen Kriterien bei der Sanierung bzw. Erneuerung bei der Kanalisation berücksichtigt werden.

Quelle: Impulse pro Kanalbau

 

 

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