Sparmaßnahmen mitverantwortlich für Hochwasserschäden

Verband Beratender Ingenieure (VBI) kritisiert öffentliche Hand

 

Berlin   -  24.06.2013

Hochwasserschutz braucht kürzere Genehmigungsverfahren. Ingenieure fordern zügige Realisierung geplanter Polder und Überschwemmungsflächen.

In dieser Woche beschäftigt sich der Deutsche Bundestag mit der Frage, wie den zahlreichen Opfern der Hochwasserkatastrophen im Osten und Süden des Landes geholfen werden kann. Nach bislang vorliegenden Schätzungen werden mehrere Milliarden Euro erforderlich sein, um die ent-standenen Schäden zu beseitigen. „Diese Schäden wären sehr viel gerin-ger ausgefallen, wenn rechtzeitig durch die öffentliche Hand investiert wor-den wäre“, sagte Dr.-Ing. Rolf Schlichting, Vorsitzender des Ausschusses Wasserwirtschaft im Verband Beratender Ingenieure VBI heute in Berlin.

Der Sprecher der unabhängig beratenden Ingenieure der Wasserwirtschaft bezeichnete die Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand gerade im Bereich Wasserbau als eine der Ursachen für die immensen Schäden des Hoch-wassers in den ersten Juniwochen. „Das Geld, das jetzt zur Schadensbe-seitigung notwendig ist, wäre besser in Hochwasserschutzmaßnahmen in-vestiert worden“, so Schlichting.

Neben der notwendigen Hilfe für die Beseitigung der aktuellen Hochwas-serschäden sei es jetzt dringend notwendig, nach vorn zu schauen und Konsequenzen aus den Fehlern der vergangenen Jahre seit dem soge-nannten Jahrhunderthochwasser 2002 zu ziehen. „Hierzu ist es notwendig, dass das Genehmigungsrecht geändert wird, um die Genehmigungsverfah-ren für Überschwemmungsflächen und gesteuerte Polder zu verkürzen. Es kann nicht sein, dass sich solche Verfahren zehn bis fünfzehn Jahre hinzie-hen und damit die nächste Hochwasserkatastrophe billigend in Kauf ge-nommen wird“, betonte Schlichting. „Denn mit der Schadensbeseitigung allein verbessert sich die Hochwassersicherheit für die Betroffenen kein bisschen.“
(Quelle: Verband Beratender Ingenieure VBI)

 

 

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