Ingenieurtechnisch anspruchsvolle Bauwerke

Nach einer Bauzeit von rund sechs Jahren wurde kürzlich in München-Moosach die verlängerte U-Bahnlinie 3 mit den neuen Haltestellen Moosacher Sankt-Martins-Platz und Moosach eröffnet.

 

München   -  11.12.2010

Die Gestaltung der beiden Bahnhöfe sorgte bei den Besuchern für Gesprächsstoff. Der Künstler Masayuki Akiyoshi hat im am St.-Martins-Platz über 76.000 Bilder mit Motiven aus Moosach kombiniert.  Foto: Alexander Hauk / Bayerische Ingenieurekammer-Bau180 Millionen Euro haben sich die Stadt, Freistaat und Bund das Projekt kosten lassen. Baureferentin Rosemarie Hingerl ging in ihrer Rede auf den Bau ein: „Ingenieurtechnisch äußerst anspruchsvoll war der Bau der westlichen Schalterhalle des U-Bahnhofes Moosach, da sie direkt unter den S-Bahngleisen liegt.“ 

Die imposante Deckenlandschaft habe es in sich: „Die drei Meter dicke Stahlbetondecke trägt die Last der oberirdischen Eisenbahnanlage und der Züge, die mit rund 120 Stundenkilometern darüber hinweg donnern.“ Diese Schalterhalle musste unter Aufrechterhaltung des S-Bahn- und des Regional- und Fernverkehrs der Bahn gebaut werden.

Insgesamt mussten über 220.000 Kubikmeter Erde ausgehoben sowie über 101.000 Kubikmeter Beton und rund 16.600 Tonnen Stahl verbaut werden. Die beiden Streckentunnel zwischen den Bahnhöfen wurden bergmännisch per Schildvortrieb hergestellt. Dadurch bekamen die Anlieger entlang der Trasse von den Arbeiten 15 Meter tief im Untergrund nur wenig mit. Der Verkehr konnte an der Oberfläche weiterfließen.

Baureferentin Rosemarie Hingerl hob in ihrer Rede die ingenieurtechnischen Leistungen hervor. Foto: Alexander Hauk / Bayerische Ingenieurekammer-BauIm Jahr 1999 hatte der Stadtrat den Auftrag zu den Baumaßnahmen gegeben. Im Juni 2004 ging dann der positive Planfeststellungsbeschluss, der eine Art Baugenehmigung darstellt, ein. Aufgrund zweier Einsprüche verzögerte sich der Baubeginn allerdings bis Oktober 2004.

Für die beiden U-Bahnhöfe hat das Baureferat eigene Lampen entworfen: tulpenförmige Glasschirme, wodurch das Licht eine größere Brillanz erreicht. Außerdem fällt in beiden Tiefbauwerken Tageslicht auf die Bahnsteige, was zusätzlich für Helligkeit und Transparenz sorgt und den Fahrgästen ein Gefühl von Offenheit geben soll. An die 40.000 Fahrgäste täglich werden die neue U-Bahnstrecke nutzen. Sie bietet an der Station Moosach auch eine komfortable Umsteigemöglichkeit zur Flughafenlinie S1.

Die Gestaltung der beiden Bahnhöfe sorgte bei den Besuchern für Gesprächsstoff. Der Künstler Masayuki Akiyoshi hat im am St.-Martins-Platz über 76-000 Bilder mit Motiven aus Moosach kombiniert. Den Halt in Moosach hat Martin Fengel mit riesigen Blumen geschmückt, die er in Moosacher Gärten fotografiert hat.

Mit Inbetriebnahme der Strecke gibt es nun erstmals seit 1965 keine laufende U-Bahn-Baustelle in München mehr. Staatsminister Georg Fahrenschon sagte bei der Eröffnung, dass er von einer kurzfristigen Unterbrechung ausgehe. Denn die Erweiterung der U 6 nach Martinsried schreite mit hohem Tempo voran. Voraussichtlich bis 2012 könnte die 1,3 Kilometer lange Strecke und die neue Station in Martinsried in Betrieb gehen.

 

 

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