Deutschlands höchstes Kunstwerk steht seit kurzem in München. "Mae West", so der Name der 52 Meter hohen Skulptur, bescherte den am Bau beteiligten Personen so manch schlaflose Nacht.
München - 02.03.2011
So verriet Dipl.-Ing. (FH) Klaus Posset vom Baureferat der Stadt München: „Für Ingenieure war es eine nicht alltägliche Aufgabe, weil es eine spektakuläre Montage war.“ Der Umgang mit dem neuen Baustoff Carbon sei ein Highlight gewesen, da die Verarbeitung von Carbon in so großen Dimensionen komplettes Neuland für die beteiligten Ingenieure war.
Das Hightech-Material wird zwar in der Luft- und Raumfahrt und beim Rennwagenbau verwendet, doch auf dem Bau hatte man bis dahin noch kaum Erfahrung.
Für Carbon gibt es keine geregelte Bauweise. Die somit notwendige Zustimmung im Einzelfall zur Verwendung von Carbon-Bauteilen war vom Auftragnehmer zu erbringen.
Die Oberste Baubehörde stützte sich dabei auf das Gutachten von Prof. Dr.-Ing. Konrad Zilch. Im Vorfeld des Aufbaus fanden zahlreiche Versuche und Simulationen statt. Um die Dauerhaftigkeit zu prüfen, wurde das Material bei 80 Grad Celsius gekocht. Damit sollte laut Posset der Alterungsprozess simuliert werden.
Geschraubt und geklebt
Eine Konsequenz aus den zahlreichen Tests war, dass die Anschlüsse der Carbonbauteile an den Stahlbau zusätzlich verschraubt wurden. Ursprünglich war hier nur eine Verklebung vorgesehen. „Damit konnte die Dauerstandsicherheit in jedem Fall nachgewiesen werden“, so Posset.
Ähnlich wie bei Brückenbauwerken findet nun alle drei Jahre eine Prüfung und alle sechs Jahre eine Hauptprüfung statt. „Einzelne Verschraubungen werden laufend in Bezug auf Spannkraftabfall gemessen“, berichtete Posset.
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