Kammer hilft bei der Suche nach qualifizierten Ingenieuren

Nach der Schneeschmelze: Kommunen und Eigentümer sollten Zustand des Dachtragwerks prüfen lassen.

 

München   -  24.02.2011

Nach der Schneeschmelze sollten Kommunen und Eigentümer den Zustand des Dachtragwerks prüfen lassen. Foto: Alexander Hauk / Bayerische Ingenieurekammer-BauNicht nur Autofahrer haben in diesem Winter unter den Schneemassen gelitten. Auch viele Dächer wurden durch den Schnee stark belastet. Schneit es viel und bleibt der Schnee lang auf den Dächern liegen, kann die Standsicherheit des Daches darunter leiden.

Deshalb sollten Eigentümer von Gebäuden, deren Dächer über längere Zeit von großen Schneelasten betroffen waren, nach dem Winter den Zustand des Dachtragwerks prüfen lassen.


Das empfiehlt Dr.-Ing. Heinrich Schroeter, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. „Das gilt besonders, wenn die Dachkonstruktion bereits erkennbare Schäden wie zum Beispiel Verformungen, Risse oder lockere Verbindungen aufweist“, sagte Schroeter in München.

Mit dem Abtauen des Schnees, ist die Gefahr noch längst nicht überstanden, denn wie alle technischen Produkte altern auch Dächer mit der Zeit. Die Tragsicherheit verschlechtert sich und das Gefahrenpotenzial steigt. Betroffen sind nicht nur Flachdächer von zum Beispiel Sporthallen, Baumärkten oder Lagerhallen. „Auch bei speziellen Dach- und Deckenkonstruktionen lohnt sich ein prüfender Blick durch einen Bauingenieur“, sagt Schroeter.

Alle statisch relevanten Bauteile untersuchen

Bei einer Prüfung untersucht ein Bauingenieur das Dach vor Ort auf sichtbare Schäden. Er schaut zum Beispiel nach gebrochenen Ziegeln. Dort könnte Feuchtigkeit eintreten, die wiederum Schaden an Holz anrichten kann.  Auch alle statisch relevanten Bauteile wie tragende Holz-, Stahl- beziehungsweise Stahlbeton und Spannbetonteile sowie Stützen, Lager und Gelenke werden von ihm genau untersucht. Besonders Augenmerk gilt Rissen, Verformungen und Durchfeuchtungen, Ausblühungen und Abplatzungen.

Grundsätzlich gilt im Winter: Spätestens wenn die zulässige Schneelast erreicht ist, sollte das Dach vom Schnee geräumt werden. Schroeter warnt allerdings davor, das Dach selbst abzuräumen. Das sei äußerst gefährlich: „Eine unterschätzte Gefahr sind dabei Dachfenster, die zur Falle werden können.“ Jeden Winter gebe es Unfälle mit schweren Verletzungen. Schroeter empfiehlt  ein entsprechendes Unternehmen mit den Schneeräumarbeiten zu beauftragen.

Schneefall allein sei selten die Ursache für einstürzende Dächer, so Schroeter. Meistens liegt eine Kette von Ursachen vor. Gefährlich sei die Kombination aus Schnee und Eis. Denn zehn Zentimeter Eis können bis zu 90 Kilogramm pro Quadratmeter wiegen.

In Deutschland sind die in den Nachweisen anzusetzenden Schneelasten in der DIN 1055-5 geregelt. Für jeden Ort gibt es durch die Zuteilung von Schneelastzonen genaue Regeln. „Bestehen Zweifel, ob das Dach für eine bestimmte Schneelast ausreichend dimensioniert ist, sollte man sich an ein örtliches Ingenieurbüro wenden“, rät Schroeter. Wer die Werte nicht kennt, kann im Bauamt seiner Gemeinde nachfragen.

Liste mit qualifizierten Ingenieuren

Bei der Suche nach qualifizierten Ingenieuren hilft die Bayerische Ingenieurekammer-Bau gerne weiter. Auf Grund ihrer Fachkenntnis sind die in der Tragwerksplanung tätigen Ingenieure besonders geeignet, die Überprüfungen durchzuführen.

Unter folgendem Link finden Suchende in der Liste „Wiederkehrende Bauwerksprüfung“ die Kontaktdaten von fachkundigen Kammermitgliedern: 

alt.bayika.de/de/planersuche/wbp/

www.planersuche.de

Auch Ingenieurreferentin Dipl.-Ing. (FH) M.Eng. Irma Voswinkel hilft unter der Telefonnummer 089 419434-29 und der E-Mail-Adresse: i.voswinkel@bayika.de gerne weiter.

Weitere Informationen - Ingenieurberatung

 

 

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