Fleischbrücke in Nürnberg als „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst“ ausgezeichnet

Festakt mit Enthüllung der Ehrentafel am 10. Juni 2011 in Nürnberg

 

München/Nürnberg   -  10.06.2011

Dr.-Ing. Jens Karstedt, Präsident der Bundesingenieurkammer und Dr.-Ing. Heinrich Schroeter, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau Als bayernweit erstes Bauwerk ist am Freitag, den 10. Juni 2011 die Fleischbrücke in Nürnberg mit dem Titel „Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ ausgezeichnet worden. Die zwischen 1596 und 1598 errichtete Brücke gilt als bedeutendste Steinbogenbrücke der Spätrenaissance in Deutschland.
Vor zahlreichen Gästen enthüllten Dr.-Ing. Jens Karstedt, Präsident der Bundesingenieurkammer und Dr.-Ing. Heinrich Schroeter, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau eine Ehrentafel an dem Bauwerk.



Bürgermeister Horst FörtherBürgermeister Horst Förther zeigte sich glücklich und stolz, den nunmehr neunten Titel als "Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland" entgegennehmen zu dürfen: "Wir sind stolz, dass wir ein Preisträger der Superlative sind: Kein Bauwerk, das diesen verliehenen Titel erhält, ist so alt wie unseres. Unsere Nürnberger Fleischbtücke wurde zwischen 1596 und 1598 erbaut und ist somit ein Bauwerk der Spätrenaissance. In Deutschland wurden nur wenige echte Renaissancebrücken gebaut - und unsere Fleischbrücke ist die älteste noch vollständig erhaltene Brücke."

MDir Dipl.-Ing. Günther HoffmannUnterstützt wird die Auszeichnungsreihe der historischen Wahrzeichen vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Das Ministerium war durch MDir Dipl.-Ing. Günther Hoffmann, Leiter der Abteilung Bauwesen, vertreten, der ein Grußwort hielt.






Dr.-Ing. Heinrich Schroeter„Die Fleischbrücke war schon vor mehr als 400 Jahren ein Zeichen für den hohen Stand der Ingenieurbaukunst, den wir hier und heute würdigen und den wir Ingenieure im Bauwesen auch heute noch garantieren“, so Dr.-Ing. Heinrich Schroeter, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. An die Stelle der durch Hochwasser geschädigten Vorgängerbrücke sollte ein möglichst flach gewölbter, einbogiger Bau treten. Da die Pegnitz nicht umgeleitet werden konnte, musste die Brücke in fließendem Wasser errichtet werden. Zudem mussten die Baumeister mit sumpfigem Baugrund fertig werden. Dieses Problem lösten sie mit mehr als 2.100 Rammpfählen. Die noch weitgehend im Original erhaltene Fleischbrücke  mit einer Spannweite von 27 Metern trotzte den Jahrhunderten. Das Bauwerk sei ein herausragendes Beispiel für ganzheitliches Bauen, sagte Schroeter. Das Zusammenspiel der damaligen Politiker, der Ingenieure und Handwerker sei maßgeblich für die Entstehung gewesen. An die heutigen Politiker appellierte er, bei der Entscheidung über Bauprojekte, nicht nur das Finanzielle im Blick zu haben.

Dr.-Ing. Jens Karstedt„Wir wollen Bedeutendes der Vergangenheit mit dem Blick auf die Zukunft ehren“, sagte Karstedt. Mit dem Blick auf große Vorhaben der Vergangenheit wollen die Ingenieure dafür werben, dass die Zukunftsaufgaben in Angriff genommen und auf intelligente Art gelöst werden. Mit der Auszeichnung „Historische Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ ehrt die Bundesingenieurkammer seit 2007 historisch bedeutende Ingenieurbauwerke, die von der Genialität vergangener Ingenieur-Generationen erzählen. Ausgezeichnet werden bahnbrechende Ingenieurbauprojekte, die das Leben der Menschen in der Vergangenheit erleichtert haben.

Prof. Dr.-Ing. Werner LorenzIm August 2011 erscheint die Broschüre über die Fleischbrücke. Die Autoren sind Dr. Christiane Kaiser und Prof. Dr.-Ing. Werner Lorenz, der auch den Vortrag beim anschließenden Festakt Rathaus der Stadt Nürnberg hielt.  Die Fleischbrücke sei ein Lehrstück robusten und nachhaltigen Konstruierens, so Lorenz bei seinem interessanten und anschaulichen Vortrag.

Flyer mit Bestellformular Broschüre (PDF)
www.wahrzeichen.ingenieurbaukunst.de

Fleischbrücke Nürnberg

Fotos: Christine Dierenbach / Jan Struck

 

 

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