Kammer fordert grundständige, breit angelegte Ausbildung im Studium Bauingenieurwesen.
München - 27.05.2015
Die VI. Vertreterversammlung der Bayerischen Ingenieurkammer-Bau hat bei ihrer 8. Sitzung die Resolution „Bauingenieurstudiengänge“ beschlossen. Darin fordert die Kammer eine grundständige, breit angelegte Ausbildung im Studium Bauingenieurwesen. Die zunehmend ausufernde Ausdifferenzierung von Studiengängen muss kritisch hinterfragt werden.
Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau hat die Ingenieurverbände aufgerufen, sich der Resolution anzuschließen. Unterstützt und mitgetragen wird die Resolution bisher von den folgenden Ingenieurverbänden:

Sobald sich weitere Verbände anschließen, wird die Liste ergänzt. Hier die Resolution im Wortlaut:
Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau fordert eine grundständige, breit angelegte Ausbildung im Studium Bauingenieurwesen.
Die zunehmend ausufernde Ausdifferenzierung von Studiengängen muss kritisch hinterfragt werden.
Der Schwerpunkt im Bachelorstudium muss auf dem Erwerb grundständiger Fähigkeiten und Fertigkeiten der Absolventinnen und Absolventen liegen.
Das Masterstudium dient der vertieften Ausbildung in einem Gebiet des Bauingenieurwesens und befähigt zu einer weiteren Spezialisierung. Es ist keine berufliche Weiterbildung.
Auf der Grundlage einer breit angelegten Ausbildung muss lebenslanges Lernen während der Berufsausübung zur Beherrschung struktureller Wandlungen befähigen.
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Zunehmend bieten Hochschulen Studiengänge im Bauingenieurwesen mit einem engen fachlichen Spezialgebiet oder einer an Attributen orientierten Spezialisierung über aktuell positiv besetzte Begriffe an: „Bachelorstudiengang für nachhaltiges Bauen“, „Masterstudiengang Ressourcenschonendes Planen und Bauen“ oder ähnliches.
Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau sieht diese zwischenzeitlich immer weiter ausufernden Spezialisierungen als problematisch an. Damit bewegen wir uns fort von breit ausgebildeten, über ein langjähriges Berufsleben flexibel einsetzbaren Bauingenieurinnen und Bauingenieuren. Dies ist umso kritischer, wenn Studiengänge mit aktuellen Themen oder allgemeinen, positiv besetzten Adjektiven versehen werden. Da diese naturgemäß einer Bedeutungswandlung unterliegen, ist dies für eine dauerhafte Qualifikation unserer Absolventinnen und Absolventen problematisch.
Durch eine punktuelle Betonung von Aspekten, die in üblichen Bauingenieurstudiengängen - zumindest als Optionen - enthalten sind, wird zudem fälschlicherweise suggeriert, dass in den bisherigen Studiengängen des Bauingenieurwesens Themen wie Ressourcenschonung, Nachhaltigkeit, usf. nicht oder nicht ausreichend enthalten wären.
Der Schwerpunkt der Ingenieurausbildung muss jedoch weiterhin auf dem Erwerb grundständiger Fähigkeiten und Fertigkeiten der Absolventinnen und Absolventen liegen, ergänzt durch entsprechende Vertiefungsangebote innerhalb der Masterstudiengänge. Eine grundsätzlich positiv zu beurteilende Profilbildung der Hochschulen darf sich nicht im späteren Berufsleben zu Lasten der Absolventinnen und Absolventen auswirken.
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