23.09.2004
München (23.09.04) Neben dem Besuch der Wiesn lohnt sich ab morgen einmal mehr ein Besuch der Pinakothek der Moderne. Denn dort läuft eine Ausstellung zum Thema Architektur als Bild und Bühne mit vielen Zeichnungen. Mit dem Grundstock des Sammlungskonvoluts aus dem Besitz der Architekten- und Szenographen-Dynastie Galli Bibiena wurde 1758 eines der bedeutendsten Zeichnungs- und Kupferstichkabinette durch Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz begründet. Aus ihm ging die heutige weltberühmte Staatliche Graphische Sammlung München hervor.
Die Ausstellung präsentiert rund 40 der frühesten Zeichnungen des Konvoluts, die weit vor den Galli Bibiena entstanden sind. Seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts legten sich die Blätter wie die Jahresringe um einen Baumstamm um diesen von Künstler zu Künstler weitervererbten Kernbestand. Die Ideenskizzen und Entwürfe sind, wie rund zehn selten gezeigte Kupferstiche illustrieren, aus Vorstellungen des führenden Architekten der italienischen Renaissance, Donato Bramante (1444-1514) sowie aus Schöpfungen Michelangelos (1475-1564) entwickelt. Sie zielen auf eine suggestive, bild- und bühnenhafte Anlage von Architektur.
Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählt eine Gruppe von elf Blättern des Aristotile da Sangallo. Sie beschreibt in programmatischer Zuspitzung die Abkehr von den Idealen der Früh- und Hochrenaissance. Blätter des Raffaello da Montelupo erweisen den Bildhauer, der oft Seite an Seite mit Michelangelo arbeitete, als virtuosen und erfindungsreichen Zeichner. Das Rarissimum einer Ideenskizze Vincenzo Borghinis für den Katafalk Michelangelos steht am Beginn der neuzeitlichen Künstlerapotheose.
Andere Entwürfe, darunter ungewöhnliche Fassadenprospekte, Raumbilder und Aufrisse von Campanili steuerten u.a. Simone und Francesco Mosca, Pietro Francesco Battistelli und Giovanni Battista Magnani bei.
Darüber hinaus präsentiert die Ausstellung rund 25 Werke des Ferdinando (1657-1743) und des Alessandro (1686-1748) Galli Bibiena. Ihre sinnlichen Bühnenarchitekturen variieren über tief greifende stilistische Wandlungen hinweg selbst im 18. Jahrhundert noch immer Ideen der frühesten Zeichnungen des Münchner Konvoluts
Pinakothek der Moderne 24.09.2004 - 09.01.2005
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