Bau+Immobilie14
Tagung des Instituts für Bau und Immobilie der Hochschule Augsburg
Augsburg
- 20.05.2014
Bau+Immobilie14 – Positionen, Strategien und Perspektiven für Planungs- und Bauunternehmen
Zukunftsmusik in der BaubrancheWie stellen sich Planungs- und Bauunternehmen den Herausforderungen der Zukunft? Welche Instrumente stehen im Risikomanagement zur Verfügung? Wird BIM bei Großprojekten auch in Deutschland Status Quo? Spezialisten aus Analyse, Unternehmensführung, Management und Planung trafen sich am Freitag, den 9. Mai 2014, am Institut für Bau und Immobilie der Hochschule Augsburg zur jährlichen Tagung Bau + Immobilie, um Positionen, Strategien und Perspektiven für Planer und Bauunternehmer auszuloten und zu diskutieren.
Prognose-Instrumente des RisikomanagementDr. Werner Gleißner, FutureValue Group AG, Leinfelden-Echterdingen, definiert mit wenigen Worten das Ziel jeder Unternehmensstrategie, nämlich „langfristig erfolgreich zu sein“ und verweist auf die Schlüsselrolle der Erfolgsfaktoren. Robuste Unternehmensstrategie bedeute aber auch, kompetent mit nicht kalkulierbaren Risiken umzugehen. Gleißner beschreibt das Risiko mit den Worten des Controllers „Risiko ist die Möglichkeit einer Planabweichung“ und macht den Zuhörern bewusst, dass eine Planabweichung auch in die positive Richtung gehen kann. „Die Zukunft kann nicht voraus gesagt werden“, bedauert Gleißner und stellt daher Prognose-Instrumente wie Risikoanalyse und Risikosimulationen („Monte Carlo-Simulation“) sowie die Dreiecksverteilung zur Abschätzung von
Kalkulationsrisiken vor. Dr. Gleißner macht deutlich, dass es nicht nötig ist, hohe Risiken einzugehen um eine hohe Rendite zu erhalten. Die große Herausforderung sei das Abwägen zwischen Ertrag und Risiko. Risikomanagement ist kostspielig und diese sogenannten Risikokosten sollten langfristig finanziell gedeckelt sein und gerade auch von der Baubranche in Zukunft unbedingt mit einkalkuliert werden.
Unternehmen ZukunftUlrich Rudolph, Technischer Direktionsleiter der Ed. Züblin AG, Direktion Bayern/Systembau, Stuttgart, nimmt Bezug auf Dr. Gleißners Ausführungen und ergänzt, dass trotz Vorsorge und Abwägen Projekte schiefgehen können („Flop-Projekte“). Rudolph gibt einen kurzen Überblick über die differenzierte
Unternehmensstrategie der Ed. Züblin AG, zu der neben finanziellen Faktoren auch nicht finanzielle Faktoren wie die Flexiquote sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehören. Rudolph stellt den FuE-Bericht der Ed. Züblin AG vor und erläutert die stufenweise Umstellung der Planungsprozesse von 3D über 4D auf 5D, also die Weiterverarbeitung der dreidimensionalen geometrischen Planungsdaten mittels Integration der vierten zeitlichen Dimension, um den Bauablaufplan zu erstellen, sowie der weiteren Daten- und Prozessverarbeitung in der fünften Dimension, wie z.B. das Ableiten von Massen. Eine der großen Herausforderungen der Zukunft sieht Rudolph in der Personalentwicklung, um dem Fachkräftemangel in der Baubranche zu entgegnen.
Nachfolgestrategien für Architekten und IngenieureRudolphs Prognose hinsichtlich Fachkräftemangel kann Toni C. Plonner, UnternehmerPlan FamilyConsultans, München, zustimmen. Plonner berät Inhaber von Planungsbüros bei der Geschäftsübergabe an Partner, die das Büro nach altersoder krankheitsbedingtem Ausscheiden des Inhabers weiterführen. Sei es früher noch die Regel gewesen, dass Kinder oder nahe Verwandte das Unternehmen übernehmen, so würden bei der Mehrzahl der Büros inzwischen externe Partner
einsteigen. Dies könnte auch eine attraktive berufliche Perspektive für angehende Ingenieure und Architekten sein.
Was hält BIM für die Planungsprozesse der Zukunft bereit?Dazu erläutert Jakob Przybylo, Fachbereichsleiter BIM + Digital Optimization bei OBERMEYER Planen + Beraten GmbH, den aktuellen Stand der BIM-Diskussion aus Sicht eines mit Planung und Umsetzung von Großprojekten erfahrenen Planungsbüros. Er prognostiziert, dass Deutschland dem Beispiel Englands folgen wird und für Großprojekte den Einsatz von BIM verpflichtend einführen wird, macht
aber deutlich, dass noch vielfältige Hürden zu nehmen sind und ein gutes Change-Management Bedingung für eine reibungslose Einführung von BIM im Unternehmen ist. Prof. Dr. Elisabeth Krön, Leiterin des Instituts für Bau und Immobilie und Initiatorin der Tagung, zeigt sich nach einigen Detailfragen in der anschließenden Diskussionsrunde gespannt auf den Stand der BIM-Einführung in fünf Jahren.
Master Projektmanagement Bau und ImmobilieDie Tagung Bau und Immobilie widmet sich in jährlicher Folge den Vertiefungsthemen des Weiterbildungsmaster Projektmanagement Bau und Immobilie mit wechselnden Schwerpunkten. Der berufsbegleitende Masterstudiengang richtet sich an Architekten und Ingenieure, die in leitenden Positionen tätig sind oder in Zukunft Führungs- und Projektleitungsaufgaben anstreben. Nächster Start ist Ende September 2014, Bewerbungsschluss ist am 30. Juni. Weitere Infos zum Studium unter
www.hs-augsburg.de/ibi(Quelle: Hochschule Augsburg, Institut für Bau und Immobilie)
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