Fassade 15 – Fassade in Bewegung

Renommierte Fachtagung feiert 10-jähriges Jubiläum

 

Augsburg   -  11.03.2015

Die jährliche Fassadentagung des Instituts für Bau und Immobilie der Hochschule Augsburg war am 26. Februar 2015 wieder im Auditorium der Handwerkskammer für Schwaben zu Gast und feierte in diesem Rahmen auch ihr 10-jähriges Jubiläum. Was 2006 als Pilotprojekt startete, hat sich inzwischen als feste Größe im Jahreskalender der Fassadenbranche etabliert. Es folgten wieder mehr als 230 Besucher der Einladung nach Augsburg, um ausgewählte Fachvorträge zu hören, die begleitende Fachausstellung zu besuchen sowie Kollegen und Projektpartner zu treffen. Prof. Dr. Gordon Rohrmair, Vizepräsident für angewandte Forschung und Wissenstransfer, hieß die hochkarätigen Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie die Tagungsgäste herzlich willkommen. Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau war erneut Partner der Veranstaltung.

Fassade in Bewegung
Möglichkeiten der Mechatronik, integrierte Steuerungssysteme, Schäden an Beschlägen sowie intelligente Öffnungsmechanismen standen in der ersten Tageshälfte auf der Agenda der Fachtagung. Prof. Elisabeth Krön kündigte den ersten Vortragenden „die personifizierte Fassade “ Prof. Winfried Heusler (Schüco) an. Heusler eruierte, ob die fassadenintegrierte Mechatronik ein Erfolgsrezept sei. Zunächst sei Mechatronik das Zusammenwirken mechanischer, elektronischer und informationstechnischer Elemente und Module, wie z.B. Schiebetüren, Lüftungsklappen oder dynamische Einrichtungen zum Sonnenschutz. Der Benutzerschnittstelle komme eine besondere Bedeutung zu: Auf die Bedürfnisse des Menschen zugeschnitten sollte sie ergonomisch, benutzerfreundlich und intuitiv zu bedienen sein. Speziell bei mechatronischen Systemen müssten Wartung und laufende Modernisierung besondere Berücksichtigung finden. Für die Zukunft sagt er eine zunehmende Bedeutung cyberphysischer Systeme, gesteuert über das Smartphone, voraus. Günther Johler (Zumtobel) stellte integrierte Steuerungssysteme von Beleuchtung, Blend- und Sonnenschutz vor. Nur eine integrierte Steuerung ermögliche es, alle Gebäudeaufgaben optimal zu erfüllen. Dabei spiele es zunächst keine Rolle, ob der Fensterbehang der Licht- oder der Klimasteuerung zugeordnet sei. Die Systeme müssten miteinander kommunizieren und ein Gesamtoptimum verfolgen. Johler betont, dass für die Akzeptanz des Nutzers ein maximaler Bezug nach außen erforderlich sei.
„Grenzwertig ausgelegte Beschläge und zugleich große Flügelgewichte“ standen im Fokus der Bauschadensanalyse von Prof. Armin Schwab (Hochschule Augsburg). Innerhalb der letzten zwei Jahre hätten sich Schadensfälle gehäuft, in denen Beschlagbauteile betroffen waren. In detaillierten Untersuchungen der Eckbänder und Schraubverbindungen hat sich bestätigt, dass bereits bei den meisten betriebsüblichen Belastungen zugelassene Werte überschritten werden. Schwab leitet aus diesen Untersuchungen die Empfehlung ab, die betriebsüblichen Lasten bereits bei der Vorbemessung zu berücksichtigen. Marco Zannini (Gretsch Unitas) stellte intelligente Öffnungsmechanismen für Fenster und Türen vor. Er verglich das Lüftungsverhalten von Parallel- und Senkklappfenstern und fazitierte, dass Parallelfenster hinsichtlich Raumtemperatur und Luftwechselrate deutlich besser abschneiden.

„Und er bewegt sich doch“, belegte Alexander Vohl (wulf architekten) am Nachmittag, und zeigte zahlreiche gestalterisch ausgefeilte und originelle Lösungen adaptiver Sonnenschutz-Systeme. Zur Realisierung individueller Sonnenschutz-Lösungen sei es entscheidend, bereits in der frühen Entwurfsphase Lösungsansätze mit Spezialisten zu diskutieren. Im Anschluss berichtete Max Kreileder (WSS) über Prozesse der Produktentwicklung- und zulassung für Beschläge aus der Herstellerpraxis.
Anmutig flatternder Schmetterlingsflügel gleich erscheint das Sonnenschutzsystem Q1 des Thyssen Krupp HQ in Essen. Michael J. Purzer (Frener & Reifer) beschrieb Entwicklung, Herstellung und Montage des automatisch angetriebenen Edelstahl-Sonnenschutzsystems. Gegenläufig verschränkbare Lamellenbäume wandeln sich dynamisch je nach Sonneneinfall. Unter entsprechenden Bedingungen geben sie den Blick nach außen durch die Ganzglasfassade völlig frei oder folgen der Besonnung mit entsprechender Flügelstellung unter Berücksichtigung der maximalen Tageslichtausbeute. Christian Oberdorf (Transsolar) übernahm spontan Prof. Matthias Schulers Beitrag und stellte außergewöhnliche Lösungen zur Optimierung des Raumklimas unter Einbeziehung lokaler Standortbedingungen vor. Ob von Grubenwasser durchspülte Außenwände in Essen, Solarkamine in Damaskus oder Lichtregenkuppel in Abu Dhabi, Nachhaltigkeit in der Architektur sei umso effektiver, je enger sie mit dem Ort verknüpft sei.

Dr. Claus Weller, Absolvent des Zertifikatsstudiengangs Fachingenieur Fassade, betonte in seiner Laudatio anlässlich des Jubiläums, wie wichtig die anregenden Impulse der Tagung für das Studium seien. „Jubiläen soll man feiern, es braucht ein Geburtstagsgeschenk – und zwar an einige Personen, die besonders zum Gelingen unseres Tuns beitragen“, sagte Prof. Krön, bat zahlreiche treue Gäste, Dozenten und Partner auf die Bühne und bedankte sich herzlich für die langjährige Treue mit einem Rucksack, den das Logo der Hochschule Augsburg ziert. „Wir freuen uns auf die nächsten zehn Jahre Fassadentagung, hoffentlich mit Ihnen“.

Zur Tagung erschien wieder ein Tagungsband, der die Beiträge der Referenten enthält. Der Tagungsband „Fassade15 – Fassade in Bewegung“ kann beim Institut für Bau und Immobilie unter www.hs-augsburg.de/ibi erworben werden.

Gesamte Pressemitteilung (PDF)

(Quelle: Hochschule Augsburg - Fakultät für Architektur und Bauwesen)

 

 

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