Flughafen Berlin-Brandenburg (BER)

Falscher Ingenieur Di Mauro zieht Berufsstand in den Schmutz

 

Potsdam   -  04.07.2014

Brandenburgische Ingenieurkammer fordert Änderung der Gesetzeslage und plädiert für berufsständische Kontroll- und Zulassungsregelung aus

Vor dem Hintergrund der jüngsten Affäre um den „falschen Ingenieur“ Alfredo di Mauro fordert die Brandenburgische Ingenieurkammer strengere Regelungen bei der Kontrolle von Berufsqualifikationen und Zulassungen. Di Mauro, der im Frühjahr öffentlichkeitswirksam von Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn entlassene technische Zeichner hatte sich als Ingenieuren ausgegeben und in dieser Funktion die Planung der sogenannten Anlage 14 verantwortet, deren Funktionsuntüchtigkeit zur Absage des Eröffnungstermins des gesamten Flughafens führte.

Die bestehende Gesetzeslage lässt es derzeit ohne weiteres zu, dass jedermann Ingenieurleistungen anbieten kann, ohne hierzu die entsprechende Qualifikation zu besitzen.

Entsprechende Hinweise und Warnungen der Ingenieurkammern der Länder wurden bisher ignoriert. „Bauplanungsleistungen sollten jedoch ausschließlich von hierzu qualifizierten Ingenieuren ausgeführt werden dürfen“, fordert Matthias Krebs, Präsident der Brandenburgischen Ingenieurkammer in Potsdam. Der sogenannte Berufsrechtsvorbehalt gilt aber bislang nicht im Ingenieurswesen. Während bei ärztlichen oder anwaltlichen Leistungen sichergestellt ist, dass diese nur von Ärzten oder Rechtsanwälten ausgeübt werden dürfen, fehlt eine entsprechende Regelung bei Ingenieursleistungen.

„Wir fordern ein Umdenken der Politik, um insbesondere in sicherheitsrelevanten Bereichen eine berufsständische Kontroll- und Zulassungsregelung zu schaffen und so sicherzustellen, dass Fehler – wie im Fall BER – sich nicht wiederholen“, erklärt Krebs weiter.

(Quelle: Brandenburgische Ingenieurkammer)

 

 

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