Sankt Petersburg: "Achtes Weltwunder" erstrahlt wieder

02.06.2003

Ab heute können sich Besucherinnen und Besucher des Katharinen-Palastes persönlich einen Eindruck vom rekonstruierten Bernsteinzimmer machen. Das wegen seiner Schönheit als "achtes Weltwunder" gerühmte Kunstwerk hat eine lange Geschichte: Im Jahre 1716 schenkte der preußische König Friedrich Wilhelm I. dem russischen Zaren Peter I. mehrere Bernsteinpaneele. Andreas Schlüter hatte sie entworfen. Als Gegengeschenk soll der Preußenkönig 55 "Lange Kerls" für seine Garde erhalten haben.

Die Paneele wurden zunächst im Winterpalast des Zaren, der heutigen Eremitage, untergebracht. Rastrelli, der Hofarchitekt Katherinas der Großen, vereinigte sie 1755 im Sommerpalast in Zarskoje Selo (Zarenforf) zu einem völlig mit Bernstein ausgekleideten Zimmer. Es gilt in der Kunstgeschichte als Unikat. Rastrelli ergänzte die Bernsteinpaneele um wertvolle Mosaike mit allegorischen Motiven. Deutsche Soldaten haben im Zweiten Weltkrieg das Bernsteinzimmer gestohlen. 1945 ist es in den Verliesen des Königsberger Schlosses (im heutigen Kaliningrad) das letzte Mal gesehen wurden. Dann verliert sich seine Spur.

Bizarre Theorien und abenteuerliche Fantasiegeschichten ranken sich um den Verbleib dieses Zimmers. Wo liegen die Eichen-Paneelen mit den aufgeklebten Bernsteinstückchen wirklich, wo endete die Odyssee des bedeutendsten Kunstraubes der Nazi-Zeit? Trotz intensivster Recherchen wurde das Zimmer nie gefunden. Die Sowjetunion hat mit der Rekonstruktion des Bernsteinzimmers schon in den achtziger Jahren begonnen. Aber erst die 3,5 Millionen US-Dollar, die die Ruhrgas AG als Exklusivsponsor für die Fertigstellung des Projektes zur Verfügung gestellt hat, ermöglichten den Abschluss der Arbeiten zum Jubiläumsjahr 2003. Etwa 50 Restauratoren und Restauratorinnen schnitten ein halbe Millionen Bernsteinplättchen zum Nachbau der Wandtäfelchen. Rund sechs Tonnen des versteinerten Harzes wurden dabei verarbeitet. Ein Mosaik und eine aus dem Bernsteinzimmer stammende Kommode wurden im Jahre 2000 aus deutschem Privatbesitz an das Schloss zurückgegeben.

"Das Bernsteinzimmer war bisher ein Symbol der dunklen Zeiten des Zweiten Weltkrieges. Seit heute aber ist es ein helles Symbol der guten Beziehungen zwischen Russland und Deutschland", sagte Russlands Kulturminister Michail Schwydkoi am 17. Mai, dem Tag, an dem die Rekonstruktion offiziell beendet wurde.

 

 

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