Die Sanierungsarbeiten an der historischen Kornscheune in Dinkelsbühl können beginnen.
Dinkelsbühl - 21.07.2006
Die Sanierungsarbeiten an der historischen Kornscheune im bayerischen Dinkelsbühl können beginnen. Professor Dr. Gottfried Kiesow, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, übergibt am 23. Juli um 15.00 Uhr den Fördervertrag über 400.000 Euro an Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer im Kleinen Schrannensaal der Stadt. Mit dem Beitrag wird die anstehende Gesamt- und Innensanierung des ehemaligen städtischen Kornhauses unterstützt.
Die auf Friedrich I. Barbarossa zurückzuführende Siedlung Dinkelsbühl entstand um 1180 an der Kreuzung zweier bedeutender Fernstraßen - zwischen Würzburg und Augsburg in Nord-Süd-Richtung und der Nibelungenstraße in Ost-West-Richtung. Nach der Verleihung des Ulmer Stadtrechtes1305 erfuhr die Stadt eine spätmittelalterliche Blüte durch Wollweberei, Tuchmacherei und Sichelschmieden, die sie bis heute prägt. Dinkelsbühl gilt als eine der am besten erhaltenen spätmittelalterlichen Stadtgebilde Deutschlands mit stattlichen Kirchenbauten, prächtigen Handelshäusern und einer reichen Fachwerkarchitektur. Mehrfache Belagerungen und Besetzungen im Dreißigjährigen Krieg läuteten den Niedergang der Stadt ein.
Beim Kornhaus handelt es sich um einen herausragenden Lagerbau aus der Zeit um 1500, dem ehemaligen städtischen Kornspeicher. Er wurde zweigeschossig in Fachwerkbauweise, mit einem leicht vorkragenden Ober- und vier Dachgeschossen errichtet. Das Erdgeschoss ist im Inneren durch eine Längsmauer geteilt, während die oberen Geschosse jeweils durchgehend unverbaut sind.
Die zukünftige Nutzung als
„Zeughaus der Kinderzeche" dient dem historischen Festspiel „Die Kinderzeche", einem der bedeutendsten Kinderfeste in der Hesselbergregion. Erstmalig 1629 erwähnt, ist die Dinkelsbühler Kinderzeche die älteste Feier zum Abschluss des Schuljahres, mit der ursprünglich die Schüler der Lateinschulen der schwäbischen Reichsstätte belohnt wurden. Die nach dem Dreißigjährigen Krieg neben der Katholischen Schulzeche entstandene protestantische Kinderzeche entwickelte sich rasch zu einem Volksfest mit Festplatz, Musikanten und einem Umzug der Kinder in phantasievollen militärisch gestalteten Uniformen. Die Verbindung der „Kinderzeche" mit der Legende um die „Kinderlore", der Turmwächtertochter, die die drohende Plünderung und Brandschatzung der belagerten Stadt Dinkelsbühl durch die Schweden mit einem mutigen Zug der Kinder verhinderte, wird heute jährlich in einem Festspiel und Umzug gefeiert.
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