Montagsvorträge zur Denkmalpflege - Termine 2010

Aktuelle Projekte des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege

 

München   -  02.02.2010

Montagsvorträge zur Denkmalpflege 2010 - Die Vorträge finden statt in der Säulenhalle im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, Hofgraben 4, 80539 München
Beginn jeweils um 19.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

8. Februar 2010
Stefan Wolters M.A.: Konzepte für Ausgrabung und Erhaltung am Beispiel von Schloss Murnau, Lkr. Garmisch-Partenkirchen
Einige der wichtigsten Ergebnisse der Ausgrabung aus den 90er Jahren sollen kurz rekapituliert werden, bevor anhand der aktuellsten Grabungsergebnisse das Bild und Alter der Burg neu dis-kutiert wird. Qualitätvolle Befunde wie z. B. die älteste Burgmauer oder eine vermutete und vieldiskutierte Burgkirche treten ebenso unerwartet aus dem Dunkel der Vergangenheit wie der Alltag einer Burg mit Herd und Ofen. Die wechselvolle Geschichte mit ihren Um- und Neubau-ten wird greifbar und zeigt, dass die heutigen Pläne zur neuen Nutzung nur ein weiterer Punkt in dieser Entwicklung sind.


22. Februar 2010
Dr. Thomas Gunzelmann: Bierlandschaft Bayern: Keller als Denkmale des Konsums

Bier konnte und durfte in Bayern vor der Einführung von Kältemaschinen im Sommer nicht gebraut werden. Daher wurden im Gebiet des heutigen Bayerns seit dem 15. Jahrhundert Lager-bierkeller in Felsen gegraben, um das Sommer- oder Märzenbier haltbar lagern zu können. Seit
der Mitte des 18. Jahrhunderts wandelte sich dieser Ort der Produktion zu einem Ort des Kon-sums, denn seit dieser Zeit begann man, das Bier direkt „auf dem Keller“ auszuschenken.
Der Vortrag will das Phänomen des bewirtschafteten Bierkellers als historischen Ort des Konsums vorstellen. Dabei soll in einem historisch-geographischen, aber auch denkmalpflegerischen Blickwinkel der Keller in seiner geschichtlichen Entwicklung, in seinen charakteristischen Er-scheinungsformen, aber in seinem heutigen Zustand als Element der historischen Kulturland-schaft dargestellt werden.


1. März 2010
Dr. Bernd Vollmar: Baudenkmal und Solarenergie. Ein Widerspruch?
Klimawandel und Ressourcenschonung sprechen zweifelsohne für die Nutzung solarer Energie. Um jeden Preis? Umweltschutz sollte nicht allein auf diesen Aspekt beschränkt werden. Die ge-baute Umwelt und mit dieser die Baukultur sind ebenso zu thematisieren. Ob und wie Solaranla-gen insbesondere mit dem historischen Baubestand in Einklang gebracht werden können, ist In-halt dieses Vortrages.


8. März 2010
Gerhard Klotz-Warislohner M.A.: Kalk in der Baudenkmalpflege
Anliegen der Präsentation ist es, die Verwendung des Baustoffes Kalk bei Sicherungs-, Erhaltungs- wie auch Ergänzungsarbeiten an Baudenkmälern aufzuzeigen. Dabei stehen die Begriffe Sumpfkalk, Branntkalk, Heißkalk und hydraulischer Kalk im Vordergrund der Betrachtung. Eine besondere Bedeutung wird dabei dem Branntkalk eingeräumt.
Der Vortrag wird die Verwendung dieser Produkte in den Bereichen: Putz, Anstrich, Mauerwerk, Fußboden und Dachdeckung aufzeigen, wobei auf alte und neue Möglichkeiten ebenso wie auf Grenzen der Verwendung, sowie auf Vorteile und Vorurteile eingegangen wird.

15. März 2010
Dr. Sven Bittner und Björn Seewald: Die Alte Pinakothek und das Kloster Birkenfeld als Lern- und Lehrdenkmäler für die Praxis der Steinkonservierung

An beiden Gebäuden lässt sich der Wandel der Restaurierungspraxis seit dem Zweiten Weltkrieg von erneuernden hin zu eher konservatorischen Restaurierungskonzepten exemplarisch darstellen. Es werden Möglichkeiten der modernen Natursteinkonservierung für die Erhaltung von Werksteinen aufgezeigt.
Am Beispiel der Alten Pinakothek wird besonders auf die Methoden der Steinfestigung und Hydrophobierung eingegangen, die es ermöglichen, auch schadhafte Quader in situ zu belassen. Am Beispiel von Kloster Birkenfeld soll besonders auf die Wechselwirkung zwischen Gebäudenutzung und Schadenspotential eingegangen werden. Schwerpunkte bilden dabei die Problema-tiken der Versalzung des Mauerwerks sowie einer heutigen, denkmalverträglichen Nutzung der Klosterkirche. Ein weiterer, interessanter Teilaspekt ist die Möglichkeit der Sicherung auch schwer geschädigter Werksteine, welche an Kloster Birkenfeld erprobt wurde.

22. März 2010
Dr.-Ing. Thomas Aumüller: Wie das Schloss Unterweilbach bei Dachau plötzlich um 500 Jahre älter wurde

Das barocke Schloss Unterweilbach wurde bisher von der Kunstgeschichte und der Denkmal-pflege als weitgehend einheitlicher Bau von 1692 bewertet. Bei notwendigen Sanierungsarbeiten zeigte sich aber, dass ein viel älterer Ziegelbau aus dem Mittelalter den Kern des Schlosses bildet und auch spätere Ergänzungen beim barocken Schlossbau genutzt wurden. Insbesondere der massive Ziegelbau ist eine der aufregendsten Entdeckungen der Bauforschung und Archäologie in den letzten Jahren in Oberbayern. Die Ergebnisse der verschiedenen freiberuflichen Fachwis-senschaftler werden durch den Referenten für Bauforschung zusammengefasst.

 

Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

 

 

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