Bergbaudenkmal im Saarland wird gewürdigt
Saarbrücken - 04.03.2016
Am Freitag, den 4. März 2016, wurde der Hammerkopf-Förderturm Camphausen IV im saarländischen
Quierschied-Fischbach offiziell zum „Historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst“
in Deutschland erklärt. Auf der Festveranstaltung an der auch Bundesjustizminister Heiko Maas
und Anke Rehlinger, stellvertretende Ministerpräsidentin des Saarlands, teilnahmen, wurden
außerdem die besten Vorschläge des „Ideenwettbewerbs Camphausen“ zur zukünftigen Nutzung
des Förderturms und des angrenzenden Areals vorgestellt und ausgezeichnet.
Selten kommt es vor, dass Vergangenheit und Zukunft sich zeitgleich und auf Augenhöhe begegnen.
Genau das hatten die Ingenieurkammer des Saarlands und die Bundesingenieurkammer mit
ihrer Festveranstaltung am ersten Märzwochenende auf dem alten RAG-Gelände angestrebt.
Denn es sollte nicht nur die Geschichte eines bedeutenden Ingenieurbauwerks gewürdigt werden
sondern es sollte gleichzeitig auch ein Ausblick auf die zukünftige Nutzungen der alten Bergbau-
Ikone gegeben werden.
Der beeindruckende Hammerkopf-Förderturm über dem alten Schacht Camphausen IV, 40m hoch
und zwischen 1910/12 errichtet, thront weithin sichtbar über dem Fischbachtal in Quierschied-
Fischbach. Die Konstruktion wurde seinerzeit aus dem innovativen Werkstoff Eisenbeton in Form
eines Hammerkopfs erbaut und konnte aufgrund dieser Form gleich zwei Fördermaschinen aufnehmen.
Der Förderturm gilt weltweit als erster seiner Art. Konstruiert wurde er vom Oberingenieur
Karl Walter Mautner (1881–1949). Realisiert hatte ihn die Saarbrücker Filiale der Firma Carl
Brandt Eisenbetonbau.
Mit der feierlichen Tafelenthüllung wurde der Förderturm als erstes Bauwerk des Saarlands in die
Reihe der Historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland aufgenommen.
Die seit 2007 bestehende Auszeichnungsreihe „Historische Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in
Deutschland“ wird von der Bundesingenieurkammer mit Unterstützung des Bundesbauministeriums
getragen. Mit seiner Ausweisung als Historische Wahrzeichen steht der Förderturm nunmehr
in einer Reihe mit so bedeutenden historischen Bauwerken wie dem Alten Elbtunnel in Hamburg,
dem Stuttgarter Fernsehturm oder dem Flughafen Tempelhof in Berlin.
Frank Rogmann, Präsident der Ingenieurkammer des Saarlands, sagte in seiner Begrüßungsrede
vor den ca. 100 geladenen Gästen, dass er hoch erfreut ist, dass nun nach einer Vorbereitungszeit
von mehreren Jahren, in denen sich die Ingenieurkammer nicht nur für die Würdigung eines historisch
bedeutenden Zeugnisses eingesetzt hat, sondern auch mit dem Eigentümer RAG und der
Landespolitik Lösungen für eine moderne Nutzung des Bauwerks gesucht hat, die Auszeichnung
vorgenommen und Zukunftsideen aufgezeigt werden können.
Dazu wurde im August 2015 der „Ideenwettbewerb Camphausen IV von der Ingenieurkammer des
Saarlandes ausgelobt, die vom saarländischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und
Verkehr, der Gemeinde Quierschied, der RAG Montan Immobilien GmbH sowie der RAG-Stiftung
unterstützt wurde. Alle Beteiligten einte das Ziel, das materielle Erbe der 1990 beendeten Steinkohlenförderung in Fischbach-Camphausen zu sichern, wofür insgesamt 100.000,- Euro bereitgestellt wurden.
„Die beim Ideenwettbewerb ausgezeichneten Konzepte lassen sich gut miteinander kombinieren.
Mit diesem Strauß von Ideen haben wir Möglichkeiten aufgezeigt, mit denen man auf die Suche
nach Investoren gehen kann, um eine Leitinvestition für den Standort zu generieren.“, äußerte
sich Rogmann zuversichtlich zur Zukunft des Standortes (...).
► Gesamte Pressemitteliung (PDF)
(Quelle: Ingenieurkammer des Saarlandes/ Bundesingenieurkammer)
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