Hochwasserschutz über die Grenzen hinweg

07.03.2003

Regensburg (07.03.03) - Einen internationalen Hochwasserschutz-Aktionsplan an der Donau fordert Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf anlässlich einer Tagung der EVP-Fraktion des Europaparlaments in Regensburg. Ziel ist es, den Hochwasserschutz über politische Grenzen nach einheitlichen Vorgaben sicherzustellen. Auf Initiative von Schnappauf werden deshalb auf politischer und fachlicher Ebene Gespräche über einen ganzheitlichen Hochwasserschutz mit den beteiligten Donauanrainern Baden-Württemberg, Österreich, Ungarn, Slowakei und Slowenien geführt. Noch in diesem Jahr sollen die Vorbereitungen für ein Hochwasserschutz-Symposium begonnen und die Donauanrainer nach Bayern eingeladen werden, um gemeinsame Hochwasserschutzziele festzulegen.

Schnappauf bekräftigte, Hochwasserschutzmaßnahmen an der Donau zwischen Straubing und Vilshofen auf ein hundertjähriges Hochwasser-Ereignis auszurichten. Dieses Ziel gelte für jede zu prüfende Ausbau-Variante. Angesichts der steigenden Hochwasser-Gefahr will Schnappauf jedoch nicht warten, bis eine Entscheidung zum entgültigen Ausbau getroffen ist. "Der Hochwasserschutz ist von der Varianten-Diskussion abgekoppelt und wird davon unabhängig energisch vorangetrieben." Um den Schutz vor einen hundertjährigem Hochwasser auf jeden Fall zu gewährleisten, wird die Ausbau-Variante zugrundegelegt, die den umfangreichsten Hochwasserschutz benötigt. Dies ist die flussbauliche Variante ohne Staustufen. Bei dieser Variante werden große Steindämme, sog. Bunen, in den Fluss eingebracht, wodurch der Wasserspiegel um 20 cm steigt. Dementsprechend sind auch die Hochwasserschutzmaßnahmen zu erhöhen. Schnappauf: "Die Entscheidung zum Hochwasserschutz bedeutet keine Vorwegentscheidung in Sachen Ausbau."

Bayern setzt vor allem im Bereich des vorbeugenden Hochwasserschutzes neue Akzente. Dabei gilt es, natürliche Überschwemmungsflächen entlang der Donau und ihrer Zuflüsse zu sichern und zu reaktivieren. Darüber hinaus werden Städte und Gemeinden mit technischen Maßnahmen wie Deichen, Dämmen und Mauern vor Hochwasser geschützt. Nach Schnappaufs Worten soll damit für die Menschen der Siedlungsraum sicherer und für die Natur wertvoller Lebensraum zurückgewonnen werden. So sollen nach den Planungen des Umweltministeriums entlang der Donau Auenlebensräume wie Auwälder, Niedermoore und Feuchtwiesen dynamisiert werden. Schnappauf betonte, dass gerade der jetzt forcierte Hochwasserschutz zwischen Straubing und Vilshofen breiten Raum eröffne, einen nachhaltigen und den Zielen moderner Flussraumentwicklung entsprechenden Hochwasserschutz zu verwirklichen.

 

 

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