13.11.2003
Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat in Neustadt-Glewe (Mecklenburg-Vorpommern) das bundesweit erste Erdwärmekraftwerk in Betrieb genommen. Damit wird die Erdwärme - oder auch Geothermie - erstmals industriell für die Erzeugung von Strom sowie zur Wärmegewinnung verfügbar gemacht
Den Beginn der geothermischen Stromerzeugung bezeichnete Trittin bei der Inbetriebnahme als "eine wichtige Etappe beim Ausbau der erneuerbaren Energien." Denn mit Erdwärme könne Strom zu jeder Tages- und Nachtzeit produziert werden, erklärte Trittin am 12. November 2003 in Neustadt-Glewe. Aufgrund des weder von Tages- noch von Jahreszeiten abhängigen Wärmestroms kann aus Erdwärme sowohl bedarfsgerecht regulierbarer Grundlaststrom als auch Nutzwärme gewonnen werden.Deshalb sieht einer der Eckpunkte der Novellierung des Gesetzes zur Förderung der erneuerbaren Energien vor, dass die Vergütung für Strom angehoben wird, der aus Energie aus dem Erdinnern stammt. Als Erdwärme wird die Wärme bezeichnet, die vom Erdkern, der wahrscheinlich bis zu 5.000 Grad Celsius heiß ist, an die Erdoberfläche dringt. Je tiefer man ins Erdinnere vordringt, desto wärmer wird es deshalb auch. In Mitteleuropa nimmt die Temperatur durchschnittlich um 3 Grad Celsius pro 100 Meter Tiefe zu.Das Erdwärmekraftwerk in Neustadt-Glewe soll mit einer Nennleistung von 210 Kilowatt bis zu 500 Haushalte mit Strom und rund 1.400 Wohnungen mit Wärme versorgen. Hierzu nutzt es die Wärmeenergie des 97 Grad Celsius warmen Thermalwassers aus einer Tiefe von 2.200 Metern.Mit der Inbetriebnahme der Anlage ist ein wesentlicher Schritt in Richtung der Nutzung einer nach menschlichen Maßstäben unerschöpflichen, umweltfreundlichen Energiequelle gelungen.
Quelle: Bundesumweltministerium
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