20.11.2003
München (20.11.03) Am 29. und 30. September fanden sich rund 60 Wissenschaftler, Vertreter von Behörden, Verbänden und Firmen im Wissenschaftszentrum Weihenstephan zusammen, um sich über die aktuellen Entwicklungen und Forschungsergebnisse im Bereich der Wasserwirtschaft auszutauschen. Zur Fachtagung hatten der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA) in Bayern und die Ingenieurökologische Vereinigung (IÖV) geladen.
In 15 Fachvorträgen wurden alle Facetten des zeitgemäßen Wassermanagements von der wissenschaftlichen Grundlage bis zur Ausführung beleuchtet. Erörtert wurden beispielsweise Fragen der Feuchtgebietstechnik und des dezentralen Hochwasserschutzes. Weiterhin wurden die Möglichkeiten und aktuellen Verfahrensweisen in der Ländlichen Entwicklung, bei Pflanzenkläranlagen und für kleine Gewässereinzugsgebiete auf Gemeindeebene vorgestellt.
Einig waren sich die Vorsitzenden der beiden veranstaltenden Verbände Irene Burkhardt (BDLA) und Gunther Geller (IÖV) über den Erfolg der Tagung: „Wir haben unser Ziel erreicht, Vertreter der unterschiedlichsten Interessengruppen zusammen zu bringen und ihnen einen Blick über den „Tellerrand“ Ihrer Behörde, ihres Planungsbüros oder Ihres Lehrstuhls zu ermöglichen. Es ist uns gelungen die verschiedenen Aspekte der Wasserwirtschaft aufzuzeigen, Vertreter aus Schlüsselpositionen zusammenzuführen und entsprechende Synergieeffekte anzustoßen.“
Zum Abschluss verabschiedeten die Teilnehmer ein Memorandum, in dem folgende Eckpunkte von Bedeutung sind:
- Behandlung von Gewässern und Landschaft als ganzheitliche Systeme, also nach Gewässereinzugsgebieten. Beachtung von Wasser als entscheidende Steuergröße der Landschaft. Vorgehen sektor- und verwaltungsübergreifend, nach den Grenzen des Ökosystems.
- Beachtung der Ökosystemregeln: Kreisläufe, kleinstmögliche Stoffausträge, multifunktionale Nutzung der Stoffe. Auch hier gilt: Zuerst Vermeidung, dann Nutzung, erst dann Reinigung.
- Nutzung von Landschafts- und Gewässer-Systemen nach nachhaltigen Nutzungs- und Bewirtschaftungskonzepten.
- Integration der Forderungen anwendungsorientiert in die Ausbildung und Lehre, insbesondere in die Studiengänge Ingenieurökologie.
- Aufbau eines Kulturzentrums Wasser und Landschaft zur Unterstützung der Umsetzung der Forderungen.
- Einrichtung einer Arbeitsgruppe Wasser im ländlichen Raum zur Beratung von Landtag und betroffener Verwaltung unter Beteiligung von IÖV und BDLA.
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