Bayern ist auf einem guten Weg, den Flächenverbrauch zu reduzieren und dabei von Wirtschaftswachstum und Bevölkerungszunahme zu entkoppeln.
München - 22.06.2006
Bei der Vorstellung des Aktionsprogramms zum Flächensparen beim Bayerischen Städtetagbetonte Umweltstaatssekretär Otmar Bernhard: "Die Verringerung des Flächenverbrauchs ist eine der großen und schwierigen umweltpolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Bayern steuert dem Flächenverbrauch mit dem ''Kommunalen Flächenressourcen-Management'' und der breit angelegten Offensive ''Bündnis zum Flächensparen'' entgegen." Beteiligt sind dabei die Bayerische Staatsregierung, die kommunalen Spitzenverbände sowie 34 weitere Partner. Ziel ist nach den Worten Bernhards, verstärkt Baulücken zu schließen und Brachflächen vor allem in Innenstädten wieder nutzbar zu machen. Mit dem Aktionsprogramm soll der positive Trend aufgenommen und weiter verstärkt werden. Aus dem Trend müsse eine nachhaltige, dauerhafte Entwicklung werden. "Denn in der Wachstumsregion Europa spielt das Thema Flächeninanspruchnahme eine immer wichtigere Rolle", so Bernhard.
Die Reduzierung des Flächenverbrauchs ist, so Bernhard, wichtiges Ziel der bayerischen Staatsregierung. Stieg der Flächenverbrauch seit den 80er Jahren kontinuierlich auf 28,4 Hektar pro Tag im Jahr 2000, so konnte in 2001 erstmalig ein spürbarer Rückgang des Flächenverbrauchs auf rund 21 Hektar, in 2002 auf 18, 2003 schon auf 17,2 Hektar und 2004 auf 15 Hektar verzeichnet werden. "Wir wollen hier nicht stehen bleiben. Eine unserer größten Herausforderungen ist die zunehmende Inanspruchnahme unserer Kulturlandschaft für Siedlung und Verkehr. Wir müssen mit der Ressource Boden sparsam umgehen, damit auch noch unsere Kinder und Enkel Entwicklungsmöglichkeiten haben", betonte der Staatsekretär.
Um den Flächenverbrauch in Bayern einzudämmen, hat die Staatsregierung zusammen mit den Präsidenten der kommunalen Spitzenverbände sowie weiteren 25 Bündnispartnern im Juli 2003 ein ''Bündnis zum Flächensparen'' geschlossen. Das Aktionsprogramm ist das Ergebnis der intensiven Zusammenarbeit der Bündnispartner. Es listet 39 Einzelmaßnahmen auf, die nach und nach durch die Bündnispartner umgesetzt werden. Ziel ist, partnerschaftlich mit allen am Bau und Planungsprozess Beteiligten zusammenzuarbeiten. "Eine besondere Verantwortung kommt dabei den Kommunen als Träger der Planungshoheit zu", betonte Bernhard. Denn Untersuchungen haben gezeigt, dass zwischen 13 und 36 Prozent der innerörtlich vorhandenen ungenutzten Flächen für eine Bebauung geeignet sind. "Diese Lücken gilt es vorrangig zu schließen, anstatt auf die grüne Wiese zu bauen,“ so Bernhard weiter.
Das Aktionsprogramm beinhaltet zum einen verschiedene finanzielle Fördermöglichkeiten wie beispielsweise im Rahmen der Städtebauförderung und Dorferneuerung. Darüber hinaus werden den Kommunen Tipps an die Hand gegeben, wie flächensparend gebaut werden kann. Hierzu wurde unter http://www.boden.bayern.de eine Best-Practice-Sammlung ins Internet eingestellt, die beispielhafte Maßnahmen zu flächensparendem Bauen, Brachflächenrecycling oder maßvoller Nachverdichtung zeigt. Außerdem soll das Bewusstsein für den schonenden Umgang mit der Ressource Boden gestärkt werden, sei es im Rahmen der schulischen Ausbildung, über das Architekturstudium oder durch Ausstellungen und Lehrvorträge.
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