Deutlich weniger Gründer

06.02.2003

Bonn (06.02.03) Die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland hat im vergangenen Jahr Jungunternehmer massiv abgeschreckt. Lag der Anteil der Neugründer an der Gesamtzahl der Erwachsenen zwischen 18 und 64 Jahren 2001 noch bei 5,6 Prozent, so sank dieser Wert binnen Jahresfrist auf 3, 5 Prozent. Deutschland erreichte damit nur noch Rang 23 unter den vom Global Entrepreneurship Monitor (GEM) untersuchten 37 Industrie- und Schwellenländern. Nach Darstellung des Wirtschaftswissenschaftlers Rolf Sternberg (Universität Köln) war die Angst vor einem Scheitern als Jungunternehmer im vergangenen Jahr besonders ausgeprägt. In dieser Hinsicht sei Deutschland mit Platz 36 sogar fast internationales Schlusslicht, betonte Sternberg vor Journalisten in Bonn.Eine Verschlechterung in der GEM-Bewertung musste die Bundesrepublik auch bei der Einstufung ihrer Rahmenbedingungen für Unternehmensfinanzierungen hinnehmen. Sie rutschte innerhalb eines Jahres von Rang zwei auf Platz sieben ab. Auf unverändert hohem Niveau verharrte indessen der Grad an Zufriedenheit mit der öffentlichen Förderungsstruktur, bei der Deutschland den dritten Platz einnimmt.

Hinsichtlich der politischen Rahmenbedingungen für Firmenneugründungen reichte es für Deutschland laut Sternberg aber nur noch für einen Platz im Mittelfeld der untersuchten Länder. Zwar werde die Einstellung der Politik zu Gründung und Mittelstand als weitgehend positiv eingestuft. Auf weit verbreitete Kritik stoße aber der hohe bürokratische Aufwand bei Unternehmensgründungen und die Unübersichtlichkeit des deutschen Steuersystems. Unter allen Rahmenbedingungen schneide die Fähigkeit des deutschen Schulsystems, wirtschafts- und gründungsbezogene Themen zu vermitteln, am schlechtesten ab, betonte Sternberg.

Ausführlich beschäftigt sich der diesjährige Deutschlandbericht mit den starken regionalen Unterschieden bezüglich der Gründungsfreudigkeit in Deutschland. Danach rangiert Westdeutschland nach wie vor deutlich vor Ostdeutschland, was nach Einschätzung von Sternberg sowohl auf die unterschiedlichen konjunkturellen Rahmenbedingungen als auch auf eine unterschiedliche Gründungsmentalität in den neuen Bundesländern zurückzuführen ist. Unter den Bundesländern liegt Hamburg mit einem Gründeranteil von 7,6 Prozent deutlich an der Spitze. Das Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern mit 3,1 Prozent.


 

 

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