Erste ÖPP bei Neubau Bundesministerium

Chancen und Risiken

 

Berlin   -  21.12.2011

Als erste Bundeseinrichtung lässt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sein neues Dienstgebäude in einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) bauen und betreiben. Dazu findet heute im Bundestagsausschuss eine öffentliche Anhörung statt. Der Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine e.V. (DAI) sieht Chancen, hat aber auch die Risiken im Blick.

Den Zuschlag für den Gebäudekomplex am Kapelle-Ufer unweit des Reichstages erhielt ein Konsortium unter der Führung der Unternehmen BAM Deutschland AG und Amber AG. Der Bau soll höchsten Anforderungen an Energieeffizienz und Raum gerecht werden, damit bei einer Zusammenlegung des Bonner und Berliner Ministeriumsstandortes alle Mitarbeiter Platz finden. Im festgelegten Mietzeitraum von 30 Jahren soll die öffentliche Hand durch eine ÖPP rund 28 Millionen Euro einsparen, da die privaten Partner für den Betrieb und die Instandhaltung des Gebäudes Sorge tragen.

Trotz der zweifellos guten Aussichten hinsichtlich der Finanzierung und der Risiken, warnt der DAI vor einem zu sorglosen Umgang bei der Vergabe von so prestigeträchtigen öffentlichen Bauvorhaben. „Durch eine komplette Auslagerung von Planung, Bau und Betrieb geht in der öffentlichen Verwaltung viel Know-how verloren, das bei späterem Bedarf nur schwer wieder aufzubauen ist“, sagt DAI Präsident Dipl.-Ing. Christian Baumgart. Auch bei der Finanzierung ist Vorsicht geboten: Die kurzfristig offenbar günstige Lösung für die öffentliche Hand kann langfristig sehr viel teurer werden. Als Beispiel sei hier der Landtagsneubau in Potsdam genannt, ebenfalls ein ÖPP-Projekt. 

 Pressemitteilung (PDF)

Quelle: Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine e.V.

 

 

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