Beckstein: "Wichtiger Schritt zum Ausbau von Autobahnen in öffentlich-privater Partnerschaft in Deutschland – Bund soll auch für Ausbau zwischen Augsburg und Ulm grünes Licht geben"
München - 30.04.2007
Der Vertrag zum Ausbau der A 8 zwischen München und Augsburg ist unterzeichnet. "Das ist ein wichtiger Schritt zum Ausbau von Autobahnen in öffentlich-privater Partnerschaft in Deutschland. Nach dem wir auch für den Ausbau zwischen Augsburg und Ulm Baurecht haben, appelliere ich an den Bund, auch für den zweiten Ausbauabschnitt grünes Licht zu geben", betont Innenminister Dr. Günther Beckstein am 30. April 2007 anlässlich der Unterzeichnung des Konzessionsvertrages für den ersten Ausbauabschnitt. Ab 1. Mai 2007 ist das Konsortium autobahnplus (Wayss&Freytag Ingenieurbau/Royal BAM Group, F.C. Trapp, Berger Bau, Fluor Infrastructure sowie Egis Projects) für den Betrieb und die bauliche Erhaltung dieser Strecke verantwortlich und erhält die auf dem Konzessionsabschnitt eingehende Lkw-Maut. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Autobahndirektion Südbayern, die bisher auf dieser Strecke tätig waren, werden entsprechend auf anderen Strecken der Autobahndirektion eingesetzt. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich Mitte Mai 2007 anlaufen. Ein feierlicher Spatenstich ist für Anfang Juni 2007 vorgesehen, aber noch nicht konkret terminiert. Die Ausbaustrecke ist 37 Kilometer lang, die gesamte Konzessionsstrecke 52 Kilometer. Der Ausbau muss gemäß Vertrag bis Ende 2010 fertig sein. Die Konzession läuft bis zum 30. April 2037.
Der sechsstreifige Ausbau der A 8 zwischen München und Augsburg wird als erstes von bundesweit fünf Pilotprojekten als so genanntes A-Modell durch einen privaten Betreiber realisiert. Bei diesem Betreibermodell werden der Ausbau, die bauliche Erhaltung, der laufende Betrieb und die Finanzierung des Autobahnteilstücks für eine Konzessionslaufzeit von 30 Jahren einem privaten Betreiber übertragen. Als Gegenleistung erhält der die auf dem Abschnitt erwirtschaftete Lkw-Maut und – soweit erforderlich - eine im Wettbewerb anzubietende Anschubfinanzierung aus dem Bundeshaushalt. Das niederländisch-deutsch-französische Konsortium autobahnplus ist als Bestbieter aus einem mehrstufigen Wettbewerb hervorgegangen. In das Vergabeverfahren waren neben der Autobahndirektion Südbayern ständig auch das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung und die Oberste Baubehörde eingebunden. "Durch die enge Zusammenarbeit konnten wir das Vergabeverfahren beschleunigen. Mit der Unterzeichnung des Konzessionsvertrages ist dieses komplexe Verfahren abgeschlossen", so Beckstein. Das beauftragte Konsortium setzt sich zusammen aus den Firmen BAM PPP B.V.(Niederlande), Fluor Infrastructure B.V. (Niederlande), F.C. Trapp Tief und Straßenbau Wesel (Deutschland), Egis Projects S.A. (Frankreich) und Berger Bau GmbH (Deutschland). Das zur Projektrealisierung benötigte Fremdkapital wird von der Depfa Bank plc. (Hauptsitz Irland) und der spanischen Banco Santander Central Hispano, S.A. aufgebracht.
Durch die Übertragung des Baus, der Erhaltung und des Betriebs an den Unternehmer über einen Lebenszyklus von 30 Jahren sollen Anreizstrukturen geschaffen werden, qualitativ hochwertig und dauerhaft zu bauen. Daneben soll durch die weitgehend funktionale Leistungsbeschreibung, in der die dauerhaft zu erfüllenden technischen Mindestanforderungen definiert werden, das Innovationspotenzial der Wirtschaft besser genutzt werden. Die Bieter haben eine größere Freiheit bei der Wahl der Baustoffe und Bauverfahren als bei herkömmlicher Ausschreibung. Das Potenzial an Kreativität, Fachwissen und Erfahrung soll durch den Wettbewerb der Bieter ausgeschöpft werden.
Die A 8 ist nicht nur eine der wichtigsten Ost-West-Achsen des europäischen Transitverkehrs und des deutschen Fernverkehrs, sondern ebenso eine zentrale Sammel- und Verteilerschiene für Nord- und Südschwaben. Sie ist täglich mit 60.000 bis 80.000 Fahrzeugen belastet, an Spitzentagen mit rund 100.000. Ein Ausbau auf insgesamt sechs Fahrstreifen ist unverzichtbar, um die bereits fast täglichen Staus zu vermeiden und die zahlreichen Unfälle zu verringern.
Quelle: STMI
[ zurück ]
Bayerische
Ingenieurekammer-Bau
Körperschaft des öffentlichen Rechts
Schloßschmidstraße 3
80639 München
Telefon 089 419434-0
info@bayika.de