05.09.2003
Selb - Eine Fülle an interessanten Ideen und innovativen Vorschlägen zur Neugestaltung des brachliegenden, innerstädtischen Brauereigeländes an der Schiller-/Poststraße in Selb brachte der Ideenwettbewerb "Bürger/innen planen und gestalten ihre Stadt". In Zeichnungen, Modellen und Texten stellten die Selber Bürger ihre vielfältigen Ideen dar. Ein unabhängiges Preisgericht bewertete die 22 eingereichten Arbeiten hinsichtlich Funktionalität, Gestaltung und Realisierbarkeit und zeichnete die besten Ideen mit drei Preisen aus. Sechs weiteren Wettbewerbsbeiträgen wurde eine besondere Anerkennung ausgesprochen. Einen Sonderpreis erhält die Kindergruppe der Stadtbücherei Selb. Für das erste bayerische Impulsprojekt im Rahmen des Forschungsvorhabens Stadtumbau West hat die Stadt Selb mit dem Bürgerwettbewerb einen modellhaften Weg beschritten. Die Wettbewerbsergebnisse werden den Bürgern in einer Ausstellung vorgestellt und anschließend in eine realisierungsfähige Planung umgesetzt. Die Neugestaltung der Brachfläche soll im nächsten Jahr erfolgen. Mit Selb und Wildflecken beteiligen sich zwei bayerische Gemeinden am Forschungsvorhaben Stadtumbau West. Die Planungen und Maßnahmen werden gemeinsam von Bund, Land und den beteiligten Gemeinden finanziert.
Mit dem ausgelobten freien und offenen Bürgerwettbewerb beschreitet die Stadt Selb neue Wege, um die Ideen von Bürgerinnen und Bürgern in die künftige Stadterneuerung einzubeziehen. Sie hat im Rahmen eines freien und offenen Bürger-Ideenwettbewerbs für ein ungenutztes Brauereigelände alle an ihrer Heimatstadt interessierten Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, an der Gestaltung dieses Freiraumes aktiv mitzuwirken und ihre Ideen einzubringen. Die Brauerei Rauh und Ploss hatte nach Einstellung ihres Betriebes im Jahr 1995 im Block an der Schillerstraße/Poststraße in Selb die gesamte Bausubstanz abbrechen lassen. Mit den Abbrüchen ging auch der städtebauliche Zusammenhang verloren. 1997 wurde das Gelände von der Stadt Selb mit dem Ziel erworben, das Quartier neu zu ordnen und wieder zu bebauen. Um trotz der derzeit nicht realisierungsfähigen Bebauung die Stadtmitte aufzuwerten, soll das Gelände künftig ein Anziehungspunkt für Bürger und Besucher werden. Die eingereichten Arbeiten brachten eine Fülle von Vorschlägen, beispielsweise einen Bürgerpark, Spiel- und Freiflächen für Veranstaltungen und Konzerte, einer Mini-Messe oder einem Stadtturm. Vielfach wurde das Porzellan als Gestaltungselementen vorgeschlagen, beispielsweise mit einem Porzellanschachspiel oder einem Park mit Porzellanskulpturen. Preisträger sind Frau Barbara Flügel, der Schüler Matthias Wohlfahrt und die Arbeitsgemeinschaft von Herrn Thomas Rucker und Herrn Martin Pape.
Im Rahmen des mehrjährigen Forschungsvorhabens "Stadtumbau West" wird in 11 westdeutschen Pilotstädten untersucht, inwieweit auch in den alten Bundesländern infolge des Strukturwandels ein Stadtumbau erforderlich ist, für den ggf. neue Instrumente und Finanzhilfen erforderlich sind. Gegenstand der Pilotprojekte ist die Wiederherstellung intakter Stadtstrukturen in Kommunen, die vom wirtschaftlichen Strukturwandel besonders betroffen sind. Auf der Grundlage von Entwicklungskonzepten sollen Städte oder Stadtteile stabilisiert werden, in denen ein erheblicher Gebäudeleerstand zu verzeichnen ist, in denen Industrie-, Verkehr- oder Militärbrachen einer neuen Nutzung zuzuführen sind und in denen der Entwicklung von sozialen Konflikten oder Tendenzen zur Segregation entgegengewirkt werden soll.
Quelle: Bay. Staatsministerium des Innern
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