27.10.2004
Straubing (27.10.04) - Gut gerüstet, um die Chancen der EU-Osterweiterung zu nutzen, sieht Innenminister Dr. Günther Beckstein den Wirtschaftsstandort Bayern. "Bayern ist seit dem 1. Mai 2004 wieder in das Zentrum des ganzen Kontinents und damit in die Mitte eines einheitlichen Marktes mit 455 Millionen Einwohnern und einer Wirtschaftsleistung von fast 9,2 Billionen Euro gerückt. Mit einem guten Mix von Global Playern und einem starken Mittelstand setzt der Freistaat gezielt auf Innovation und ist so bestens aufgestellt, den vermeintlichen Nachteil des zunehmenden Wettbewerbsdrucks in einen Vorteil umzumünzen", sagte Beckstein beim Wirtschaftstag der Bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken in Straubing. Bei der Veranstaltung überreichte der Minister der Georgi Wassertechnik GmbH aus Bad Kissingen den mit 15.000 EUR dotierten Sonderpreises für Umwelt-Innovation des Bayerischen Wirtschaftsministeriums.
Beckstein verwies darauf, dass nach der EU-Osterweiterung insbesondere die grenznahen Wirtschaftsräume vor enormen Herausforderungen stehen. Der verschärfte Wettbewerb in Folge des starken Lohnkostengefälles und geringeren Umwelt- und Sozialstandards sei für alle besonders in den Grenzregionen in Nord- und Ostbayern besonders spürbar. "Hinzu kommt spätestens nach Ablauf der Übergangsregelungen bei der Arbeitnehmerfreizügigkeit eine deutliche Zunahme der Arbeitsmigration", so der Minister weiter. Auch auf mittlere Sicht wird Kostendruck und die verkrusteten Arbeitsmarktstrukturen in Deutschland dazu führen, dass inländische Unternehmen weiterhin die Standortvorteile der Billiglohnländer nutzen werden. Beckstein: "Aber vor allem wirtschaftlich starke und innovative Regionen in Bayern werden von der EU-Osterweiterung schon bald direkt profitieren. Die Wirtschaftsregion Nürnberg/Fürth/Erlangen hat zum Beispiel mit der Medizintechnik zukunftsträchtige Technologiefelder besetzt und wird deshalb konkurrenzfähig blieben und von den neuen Märkten mit einem riesigen investiven Nachholbedarf profitieren." Beckstein rief die Unternehmen in Bayern auf, durch offensive Anpassungsstrategien ihre Marktposition im inländischen Markt zu festigen und die Markterschließung in den neuen Mitgliedsstaaten voranzutreiben: "Unsere Unternehmen können sich dabei auf die Staatsregierung verlassen. Wir werden nicht zuletzt unsere zukunftsorientierte Forschungs- und Technologiepolitik mit hoher Intensität fortsetzen. Und wir werden die technologischen Kompetenzzentren im ganzen Land weiter ausbauen. Unser Ziel ist es, Bayern als führenden Industriestandort mit starken Standbeinen gerade auch im Fahrzeugbau, in der Elektroindustrie und im Maschinenbau zu festigen und auszubauen." Mit dem Ertüchtigungsprogramm Ostbayern hat die Staatsregierung für die besonders benachteiligten grenznahen Regionen Investitionen von 340 Millionen Euro angestoßen, damit über 1.300 neue Arbeitsplätze geschaffen und 4.000 bestehende gesichert.
Aus der Hand des Ministers erhielt die Georgi Wassertechnik GmbH für ein Filtrationsverfahren zur Trinkwasseraufbereitung und Abwasserbehandlung die von Wirtschaftsminister Otto Wiesheu verliehene Auszeichnung für Umwelt-Innovation. Der Preis wird seit 1993 an besonders innovative Unternehmen aus der Umwelttechnologie verliehen. Die neu entwickelte Filtrationstechnik zur Aufbereitung stark verschmutzten Trinkwassers oder zur Behandlung von Abwasser kombiniert traditionelle Techniken mit innovativer Ultrafiltration. Dabei werden aus dem Wasser nicht nur Feststoffe sondern auch Mikroorganismen und Chemikalien ausgeschieden. Das Filtersystem zeichnet sich durch eine hohe Packungsdichte und besondere Wirtschaftlichkeit aus. Da zu seiner Herstellung und Wartung wesentlich weniger Chemikalien erforderlich sind als bei konventionellen Filtersystemen, leistet es einen weiteren Beitrag zum Erhalt der Umwelt. Die Georgi Wassertechnik GmbH wurde 2001 von den Ingenieuren Joachim Georgi und Ulrich Bäuerle gegründet. Das junge Unternehmen beschäftigt sieben Mitarbeiter und ist bereits auch in China und Australien erfolgreich tätig.
Quelle: STMI
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