03.03.2005
München (02.03.05) - Beckstein verleiht Leo-von-Klenze-Medaille
an die Professoren von Branca, Stracke und Kupfer
im Rahmen der 175 Jahr-Feier der Obersten Baubehörde.
Aus den Händen von Innenminister Dr. Günther Beckstein erhielten am 2. März 2005 der Architekt Prof. Alexander Freiherr von Branca, der Architekt Prof. Ferdinand Stracke und der Bauingenieur Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dr. techn. h. c. Herbert Kupfer die Leo-von-Klenze-Medaille. Innenstaatssekretär Georg Schmid hielt die Laudationes im Rahmen der 175 Jahr-Feier der Obersten Baubehörde in der Allerheiligen-Hofkirche in München. Die Leo-von-Klenze-Medaille erhielten damit bereits zum vierten Mal Persönlichkeiten, die herausragende Leistungen in Architektur, Wohnungs- und Städtebau sowie Ingenieurbaukunst erbracht haben. Leo von Klenze war der erste Leiter der Obersten Baubehörde unter König Ludwig I.
Die Oberste Baubehörde kann heuer auf eine 175-jährige Geschichte zurückblicken. "Das Geburtstagskind "Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern" wurde mit "Allerhöchster Verordnung" König Ludwigs I. vom 14. Februar 1830 aus der Taufe gehoben. In den 175 Jahren haben sich die Aufgaben natürlich verändert. Die Bayerische Staatsbauverwaltung hat sich den jeweiligen technischen, wirtschaftlichen und administrativen Rahmenbedingungen vorbildlich angepasst. Sie zeigte sich stets reformwillig und innovativ", so Beckstein. Das aktuelle Reformprojekt der Bayerischen Staatsregierung "Verwaltung 21" greift erneut stark in die bisherigen Strukturen der Bauverwaltung ein.
"Am klaren Bekenntnis zu einer einheitlichen staatlichen Bauverwaltung im Geschäftsbereich der Innenministeriums ändert sich aber überhaupt nichts" betonte Beckstein.Die staatliche Bauverwaltung beeinflusst unmittelbar derzeit ein Bauvolumen von jährlich fast 6 Milliarden Euro. Die Aufgabenfelder umfassen den Staatlichen Hochbau, die Auftragsverwaltung für den Bund und andere Bauherren wie US-Streitkräfte und NATO, den Straßen- und Brückenbau, den Städtebau, die Städtebauförderung, die Siedlungsmodelle, den Experimentellen Wohnungsbau, die Wohnungsbauförderung, das Baurecht, die Bauprodukte und die bautechnische Sicherheit. Beckstein: "Die Oberste Baubehörde verkörpert seit jeher die Bündelung und Koordination der Kompetenzen aller Fachbereiche in einem Haus. Dies hat sich außerordentlich bewährt".
Prof. Alexander Freiherr von Branca (86) hat die Architektur und Baukultur der Nachkriegszeit bis heute maßgeblich geprägt. "Aus Ihrem umfangreichen und vielseitigen Lebenswerk möchte ich den Umbau des Münchner Residenztheaters, den Neubau der Zentralbibliothek der Universität Regensburg, den Neubau der Bibliothek mit Mensa für die Universität Würzburg und selbstverständlich den Bau der Neuen Pinakothek in München als Ihre großen Baumaßnahmen für den Freistaat Bayern einzeln nennen", betonte Schmid in der Laudatio. "Sie haben sich als Architekt mit der Neuen Pinakothek in München und den Neubauten der Deutschen Botschaft in Madrid und am Vatikan in Rom einen Ruf erworben, der weit über die Grenzen Bayerns reicht und auch im Ausland höchste Anerkennung gefunden hat", so Schmid weiter.
Prof. Dipl.-Ing. Ferdinand Stracke (69) engagierte sich als Professor für Städtebau und Regionalplanung, als Architekt und Stadtplaner, als Preisrichter in Wettbewerben und als Mitglied in verschiedensten Gremien und Institutionen für den Städtebau. 1975 wurde er als ordentlicher Professor auf den Lehrstuhl für Städtebau, Wohnungswesen und Landesplanung der Technischen Universität Braunschweig berufen. "Die Tätigkeit in der planerischen Praxis führten Sie aber gleichwohl fort. Ihre erfolgreiche Arbeit an der Hochschule und in der städtebaulichen Planung ließ Sie bald deutschlandweit bekannt und geschätzt werden", so Schmid. Stracke wurde 1988 auf den Lehrstuhl für Städtebau und Regionalplanung der Technischen Universität München berufen.
Em. Univ. Prof. Dr.-Ing. Dr. techn. h. c. Herbert Kupfer (77) ist als Hochschullehrer und Forscher weit über die Grenzen Bayerns hinaus anerkannt. "Was heute Standardwissen ist, haben Sie damals mit neu entwickelt", hob Schmid hervor. Kupfer wurde 1967 ordentlicher Professor für Baukonstruktion und Holzbau. Zwei Jahre später erhielt er den Ruf auf den Lehrstuhl für Massivbau. Der Spannbetonbau wurde ein Schwerpunkt seine Arbeitsfeldes. "In der Praxis haben Sie als Tragwerksplaner, Gutachter und Prüfingenieur für Baustatik bei vielen bekannten Bauwerken mitgewirkt. Neben der Eissporthalle in Füssen, dem Zeltdach für die Sportstätten auf dem Olympiagelände in München, dem Bau der Hypotheken- und Wechselbank in München-Bogenhausen, der Wertachtal- und der Argentobelbrücke können auch die Hangbrücke am Würgauer Berg bei Scheßlitz sowie die Lehnenbrücke im Zuge der Locksteinstraße in Berchtesgaden als Beispiele genannt werden", so Schmid.
Quelle: Bayerisches Staatsministerium des Innern
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