29.09.2005
Berlin - Zum zweiten Mal wird der Bauphysik-Preis für besondere Planungsleistungen auf den Gebieten Wärme-, Feuchte-, Schall- und Brandschutz vergeben. Der Bauphysik-Preis wird vom Verlag Ernst & Sohn – Herausgeber der gleichnamigen Zeitschrift – ausgelobt, um eine breite Öffentlichkeit für die Bedeutung bauphysikalischer Betrachtungen im Entwurf und in der Planung wirtschaftlicher Gebäude zu sensibilisieren.
Der Jury gehörten herausragende Vertreter der Beratenden Ingenieure, aus Forschung und Lehre und aus der Industrie an. Unter Vorsitz von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Nabil A. Fouad ermittelte sie aus 14 Projekten zwei gleichrangige Preisträger:
Kindertagesstätte "Plappersnut", Wismar
Baujahr: 1972
Fertigstellung Sanierung: 2005
Bauherr: Hansestadt Wismar
Architekt/Ingenieur: IGEL Institut für Gebäude + Energie + Licht Planung, Wismar
wissenschaftliche Begleitung: Lehrstuhl für Baukonstruktionen und Bauphysik, Universität Rostock, Außenstelle Wismar
In der Begründung der Jury heißt es:
„Die herausragende Leistung bei diesem Bauvorhaben liegt in der ganzheitlichen Lösung der architektonischen, bauphysikalischen und baukonstruktiven Probleme des bestehenden Altbaus, einem typischen Großtafelbau in den neuen Bundesländern. Neben einer räumlichen Veränderung mit verbesserten Nutzungsmöglichkeiten und der Überdachung des Freiraums zwischen den beiden Gebäudeteilen als energetische Pufferzone wurde die Bausubstanz der Kindertagesstätte in wärmeschutztechnischer Hinsicht ertüchtigt bzw. saniert. Für die Kindertagesstätte „Plappersnut“ in Wismar stellte die Jury heraus, daß innovative Planungsleistungen auf mehreren Teilgebieten der Bauphysik vollbracht und Möglichkeiten zur Verbesserung der Bausubstanz im Bestand aufzeigt worden sind.“
Wohn- und Geschäftshauses Seitzstraße 23, München
Baujahr: 2004
Bauherr: Baugemeinschaft Meinhold/Laufer, München
Architekt/Ingenieur: pool architekten, München
Gebäudetechnik: Ingenieurbüro Lackenbauer, Traunstein
In der Begründung der Jury heißt es:
„Der Neubau Seitzstraße 23 dokumentiert überzeugend den Nutzen bauphysikalischer Konzepte und Technologien, um ein energieeffizientes Gebäude durch Flächeneffizienz auch wirtschaftlich attraktiv zu machen. Gerade im Hinblick auf die massiv steigenden Primärenergiekosten wurde dieses Projekt als beispielgebend gewürdigt und mit dem Preis ausgezeichnet.“
Eine besondere Lobende Erwähnung hielt die Jury bei dem Projekt Villa Seeblick Heringsdorf, integra architekten & consulting ingenieure, Berlin, übereinstimmend für angemessen:
„Trotz strenger Auflagen der Denkmalschutzbehörde bei diesem Gebäude aus dem Baujahr 1876 konnte der rechnerische Energiebedarf planerisch von umgerechnet 48 Liter auf unter 5 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr gesenkt werden, das bedeutet eine Einsparung von fast 90 %. Die Jury lobte vor allem die Beispielfunktion dieses Projektes und möchte weitere Hausbesitzer von Baudenkmälern zu ähnlichen Maßnahmen ermuntern.“
Die Preisverleihung findet am 1. Dezember 2005 in Wismar statt.
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