Wachsende Städte brauchen intelligente, interdisziplinär vernetzte Planung und weniger Stückwerk
Leipzig - 17.11.2016
„Der technische Sachverstand der Ingenieure muss frühzeitiger in Projekte der Stadtplanung eingebracht werden“, forderte Dr.-Ing. Volker Cornelius, Präsident des Verbandes Beratender Ingenieure, heute in Leipzig. Cornelius definierte Städte als technische Systeme, die je eigene soziale, ökologische und ökonomische Umwelten bilden und – mehr oder weniger effizient – Ressourcen wie Land, Wasser und Energie nutzen. „In all diesen Themen sind wir Ingenieure zuhause! Effiziente Infrastruktur, neue Mobilitätskonzepte und zukunftstaugliche Wohnformen können nur dort entstehen, wo alle Disziplinen an der Bewältigung dieser entscheidenden Aufgabe zusammenwirken“, lautete der Weckruf des Präsidenten an die fast 200 Ingenieurunternehmer im Auditorium.
Unter dem Titel „Metropolen – Die Ingenieuraufgabe“ diskutierte der Unternehmerverband VBI auf seinem Jahreskongress in Leipzig, welche Anforderungen die wachsenden Städte an die Planung stellen. Die VBI-Ingenieure hatten sich Fachleute aus Politik und Wissenschaft zum Gedankenaustausch eingeladen: Bau-Staatssekretär Gunther Adler aus dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit lobte die Ingenieure für Ihren selbstbewussten Ansatz für ganzheitliche Lösungen zu arbeiten und aktiv in die Gestaltung der Städte im Sinne des Klimaschutzes einzugreifen. Dabei gelte es im Schulterschluss zwischen Politik und technischer Planung die Teilhabe aller zu gewährleisten und auch die ländlichen Räume nicht zu abzuhängen. Die Relevanz der kürzlich von 193 Staaten in Quito unterzeichneten Agenda für den weltweiten „Umzug der Menschheit“ untermauerte der Vortrag von Dr. Hannes Taubenböck im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Das DLR zeigt anhand von Satellitenaufnahmen die ungeheure Siedlungsdynamik und Verdichtung auf anderen Kontinenten in beeindruckender Weise auf.
Die von der FAZ-Wirtschaftsredakteurin Henrike Roßbach geleitete Podiumsdiskussion mit den Mitgliedern des Bundestages Stephan Kühn, Grüne, und Volkmar Vogel, CDU, zog schließlich das Fazit für die Veranstaltung: Die globale Urbanisierung fordert Politik und beratende Ingenieure zur engen Zusammenarbeit auf, wenn die Transformation der Städte gelingen und menschenwürdiges Leben in künftigen Metropolen möglich bleiben soll.
(Quelle: Verband Beratender Ingenieure)
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