22.04.2003
Frankfurt a.M. (22.04.03) Die wirtschaftliche Lage kleiner und mittlerer Unternehmen mit maximal 500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz bis zu 50 Mio EUR hat sich im 1. Quartal 2003 deutlich verschlechtert, wie die aktuellen Ergebnisse des KfW- Indikators Mittelstandskonjunktur zeigen. Nachdem im Verlauf des zurückliegenden Jahres noch erste Stabilisierungstendenzen erkennbar gewesen waren, fiel der Indexwert abrupt um 2,3 Zähler. Mit 97,0 Punkten notiert er nunmehr auf dem niedrigsten Stand seit Anfang 1997. Maßgeblich zu dem Einbruch beigetragen hat der Westen der Republik, der mit einem Minus von 2,8 Punkten den stärksten Rückgang seit dreieinhalb Jahren hinnehmen musste. In den neuen Ländern hat sich die wirtschaftliche Lage der Mittelständler dagegen etwas stabilisiert.
Positive Impulse kamen im ersten Quartal 2003 lediglich aus dem Baugewerbe. Es dürfte von der kurzen flutbedingten Sonderkonjunktur profitiert haben und konnte sich dadurch wieder ein wenig von dem Allzeittief erholen, auf das es im Herbst vergangenen Jahres gefallen war. Gleichwohl deutet das noch immer niedrige Indexniveau (3,2 Punkte unter dem langfristigen Durchschnitt) auf die weiterhin äußerst
schwierige Lage dieser Branche hin. Im konjunkturell bedeutsamen Verarbeitenden
Gewerbe, im Handel und bei den Dienstleistern zeigte die Entwicklung dagegen im abgelaufenen Vierteljahr nach unten.
"Die zaghaften Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung haben sich bislang nicht erfüllt", sagte KfW-Chefvolkswirt Dr. Norbert Irsch in Frankfurt. Die mit dem Irakkrieg einher gehenden geopolitischen Unwägbarkeiten und die daraus resultierenden Risiken haben Investoren und Konsumenten stark verunsichert. Dies verdüstert die Konjunkturperspektiven auch hierzulande. Angesichts dessen ist es vordringlich, die internen Wachstumskräfte der deutschen Volkswirtschaft zu stärken. "Die vorgeschlagenen Reformen in den Bereichen Arbeitsmarkt, soziale Sicherung
und Bürokratieabbau können hierzu einen Beitrag leisten", so Irsch.
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