Workshop weckt Interesse und baut Ängste ab – weitere Workshops demnächst in Würzburg und Regensburg
München - 06.07.2009

Es gibt viele gute Gründe, Kooperationen einzugehen. Das ist das Fazit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Marktchancen durch Kooperation“, die auf großes Interesse gestoßen ist: Mehr als 30 Gäste, kamen in den Seminarraum der Ingenieureakademie Bayern, um von „Kooperations-Experten“ Tipps zu erhalten und Anregungen zu sammeln. Auf dem Podium berichteten über ihre Erfahrungen: Dipl.-Ing. Olaf Bock (K+S Ingenieur-Consult GmbH & Co.KG, Nürnberg), Dr.-Ing. Dirk Jankowski (AJG Ingenieure, München), Dr.-Ing. Klaus Jensch (Ebert und Partner-Ingenieure, Unternehmensberater, Nürnberg), Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Gerhard Müller und Dipl.-Ing. Dieter Stumpf (SSF Ingenieure, München).
Moderiert wurde die Veranstaltung von Kammer-Pressereferent Alexander Hauk.
Ziel der Veranstaltung war es, Interesse für das Thema zu wecken und praktische Tipps zu geben. Nach jeder Diskussionsrunde konnten die Zuhörer Fragen stellen. Die Zeit verging wie im Flug und sicherlich wurden bei den Zuhörern bestehende Vorängste abgebaut. Ein wichtiger Grund für eine Kooperation hängt mit dem Volumen der Projekte zusammen. „Wir haben beobachtet, dass die Projekte in den vergangenen Jahren immer größer geworden sind. Und darin liegt auch schon das Problem“, so Kammerpräsident Dr.-Ing. Heinrich Schroeter bei der Begrüßung. „Viele unserer Mitgliedsunternehmen können sich um lukrative Aufträge nicht bewerben, weil sie schlicht zu klein sind. Sowohl, was der personellen wie auch fachlichen Kapazitäten anbelangt.“
„Es gibt nichts Tolleres als Kooperationen“, so Dipl.-Ing. Dieter Stumpf. Einig waren sich die Kooperationsexperten, dass Ingenieure, die im Ausland Kooperationen suchen, zunächst einmal Erfahrungen im Inland gesammelt haben sollten. Laut Dr.-Ing. Klaus Jentsch sollte die Kooperation in einem Projekt so früh wie möglich beginnen. Um die Probleme deutscher Ingenieurbüros im Ausland erklären zu können, muss man deren spezielle Struktur im Inland kennen. Planer im Baugewerbe sind hierzulande sehr kleinteilig und fachspezifisch strukturiert. In Bayern zum Beispiel haben 85 Prozent aller Architektur- und Bauingenieurbüros weniger als 5 Mitarbeiter.
Im Ausland dagegen übernehmen Planungsbüros mit bis zu 10.000 und mehr Mitarbeitern die Aufgaben einer deutschen Baubehörde und besitzen alle erforderlichen Fachbereiche. Zusätzlich sind sie seit langer Zeit rund um den Erdball tätig und deshalb auch meist handelsrechtlich als Aktiengesellschaften oder ähnliches aufgestellt. Oft sind Banken dieser Unternehmen Gesellschafter. Das ist vor allem beim Thema Bürgschaften ein Vorteil. „Was wir extern beschaffen müssen, kann dort intern erledigt werden“, so Arbeitskreisvorsitzender Dipl.-Ing. Dieter Stumpf. Gelobt und Empfohlen wurde die Unterstützung des Freistaates Bayern für Ingenieure und Ingenieurbüros. „Besonders durch das Wirtschaftsministeriums haben wir immer Unterstützung beim Schritt ins Ausland immer wieder Hilfe erfahren“, hieß es.
Zu unterscheiden ist die Kompetenz- und die Kapazitätskooperation. Das wichtigste sei allerdings, dass bei einer Kooperation das Menschliche stimme, sagten die Diskutanten. Gute Kontakte seien über die Bayerische Ingenieurekammer-Bau zustande gekommen. Die Veranstaltungen böten gute Möglichkeiten um sich untereinander kennenzulernen.
Der Workshop gab einen Überblick über Chancen und Probleme von Kooperationen im In- und Ausland. Er findet in ähnlicher Form auch in Würzburg (am 8. Oktober) und in Regensburg statt. Die genauen Termine und Orte werden rechtzeitig auf der Kammer-Internetseite und in der Kammerbeilage „Ingenieure in Bayern“ bekannt gegeben. Aus den häufiger angesprochenen Themen möchte die Ingenieurakademie in Kürze vertiefende Seminarangebote zusammenstellen.
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