Baufinanzierung mit Weitblick und Sicherheit
München - 30.05.2012
So billig war Baugeld noch nie: Wer derzeit eine Immobilien-Finanzierung abschließt, zahlt für sein Hypotheken-Darlehen rekordverdächtige Niedrigzinsen. Bauherren profitieren auf diesem Wege von der noch immer nicht ausgestandenen Finanz-und Wirtschaftskrise in Europa. Der Grund: So lange die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen weiterhin niedrig hält, werden sich auch Hypothekenzinsen voraussichtlich auf vergleichsweise niedrigem Niveau bewegen. Wer erst nächstes Jahr oder noch später bauen möchte, befürchtet deshalb, dass die Hypotheken-Zinsen so weit steigen, dass die Finanzierung der eigenen vier Wände erschwert wird oder nicht mehr möglich ist. Einen guten Ausweg aus diesem Dilemma bieten so genannte Forward-Darlehen.
Forward-Darlehen - der Name ist Programm. Beschreibt doch dieser Begriff die Eigenheim-Finanzierung mit Weitblick. Dies bedeutet: „Der zukünftige Immobilieneigentümer sichert sich bereits jetzt zu festgelegten Zinskonditionen ein Darlehen, das später - zum Beispiel in zwei oder drei Jahren - abgerufen wird“, erläutert Florian Haas, Vorsitzender der „Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e. V.“ in München.
Ein solcher Vorauskredit kommt also für jeden infrage, der bereits Immobilieneigentümer ist und deshalb in einigen Jahren eine Anschlussfinanzierung benötigt oder aber beabsichtigt, in absehbarer Zeit eine Immobilie zuzulegen. Zudem „sind diese Forward-Kredite sinnvoll in Zeiten steigender Hypothekenzinsen. Man also befürchten muss, dass zum Zeitpunkt der Anschlussfinanzierung Baugeld deutlich teurer ist als heute und die dann zu zahlenden Zinsen das Familienbudget arg strapazieren oder gar überfordern“, fährt Verbraucherschützer Haas fort.
Die Funktionsweise eines Vorauskredits ist letztlich vergleichsweise einfach. Da endet die Zinsbindungsfrist eines Hypotheken-Darlehens zum Beispiel in zwei Jahren. Somit ist dann eine Anschlussfinanzierung erforderlich. Doch niemand weiß, wie teuer Baugeld zu diesem Zeitpunkt sein wird. Die Hypothekenzinsen können niedriger sein als heute, doch auch deutlich höher.
Berechnungsgrundlage für die Zinshöhe eines Forward-Kredits ist der aktuelle Baugeldpreis. Die Kredit gebende Bank berechnet darauf einen so genannten Forward-Zuschlag. Dessen Höhe hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab. Zum einen „vom Zeitpunkt, wann der Vorauskredit abgerufen wird“, sagt Schutzgemeinschafts-Vorsitzender Haas. Faustformel: Je länger das noch dauert, desto höher ist der Zuschlag. Ein Forward-Kredit, der bereits in 24 Monaten abgerufen wird, ist deshalb in der Regel preiswerter als ein Darlehen, das erst - von heute aus gesehen - in vier Jahren zugeteilt wird.
Einfluss auf die Höhe des Forward-Zuschlags hat oft auch die Wettbewerbssituation der Banken untereinander vor Ort. „Empfehlenswert ist es deshalb, mehrere Angebote miteinander zu vergleichen. Erfahrungsgemäß haben Eigentümer und Finanzierer eine gute Verhandlungsposition, wenn sie ihrer Hausbank ein besseres Angebot der Konkurrenz vorlegen“, weiß Florian Haas von der Schutzgemeinschaft. Überdies seien so genannte Darlehensbroker, die mit zahlreichen unterschiedlichen Kreditgebern zusammenarbeiten, eine gute Adresse nicht nur für die Eigenheim-Finanzierung als solche, sondern auch beim geplanten Abschluss eines Forward-Darlehens.
Quelle: Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e.V.
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