23.08.2004
Dresden (23.08.04) - Die Grundlagenforschung, die am Sonderforschungsbereich 528 "Textile Bewehrungen zur bautechnischen Verstärkung und Instandsetzung" derzeit in der zweiten Phase höchst erfolgreich vorangetrieben wird, macht sich nun auch in der Alltagspraxis bemerkbar: Unter der Nummer "Z-33.1-577" hat das Deutsche Institut für Bautechnik die "Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung" für Fassadenplatten aus Betonwerkstein erteilt. "Das ist die weltweit erste allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für ein Bauteil aus textilbewehrtem Beton!" freut sich Prof. Manfred Curbach, Sprecher des Dresdner Sonderforschungsbereichs (SFB), über den ersten "Spin-Off" des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten SFB.
Antragsteller und Hersteller der textilbewehrten dünnwandigen Fassadenplatten ist die Hering Bau GmbH & Co. KG - eine mittelständische Unternehmensgruppe, die in unterschiedlichsten Bereichen des Bauens erfolgreich und marktführend tätig ist. Sie bringt die innovative Neuentwicklung unter dem Namen betoShell in allen Farben von Betonwerksteinen auf den Markt. "Dieses System eignet sich insbesondere für die Sanierung bestehender Gebäude, da wegen des geringen Gewichts auch eine Verankerung in weniger tragfähigen Untergründen möglich ist", sagt Dipl.-Ing. Reiner Grebe, Leiter des technischen Büros bei Hering.
Die Dicke der Fassadenplatten ist mit 20 mm erstaunlich gering - typisch für textilbewehrten Beton: Da die zur Bewehrung eingesetzten textilen Glasfasern im Gegensatz zum Stahl im bekannten Stahlbeton nicht rosten können, benötigen sie als Ummantelung weniger Beton und erreichen dennoch gleiche und teils sogar bessere mechanische Eigenschaften. Ausgiebig getestet wurden die neuen Platten im Institut für Massivbau der Technischen Universität Dresden. Die Rezeptur für den verwendeten Beton ist wesentlich am Institut für Baustoffe, das ebenfalls zur Fakultät Bauingenieurwesen der TU Dresden gehört, mit entwickelt worden.
Neben der Leichtigkeit des neuen Betons sind für den alltäglichen Einsatz auch die freie farbliche Gestaltung sowie die verschiedenen lieferbaren Oberflächenbearbeitungen (glatter Sichtbeton und feingewaschene / gesäuerte / gestrahlte oder geschliffene Oberfläche) entscheidende Argumente.
Weitere Informationen: Prof. Dr.-Ing. Manfred Curbach, Fakultät Bauingenieurwesen, Tel. 0351 463-37660, Manfred.Curbach@mailbox.tu-dresden.de
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