Digitaler Stadtatlas für München auf DVD, USB-Stick oder im Internet

Das Ingenieurbüro für Geoinformatik Helmut Wenninger, der Franz Schiermeier Verlag und das Münchner Stadtmuseum haben ihr gemeinsames Projekt zur Entwicklung eines digitalen historischen Atlas der Stadt München erfolgreich abgeschlossen.

 

München   -  12.08.2009

Auf Basis eines aktuellen Stadtplans sind historische Karten, Luftbilder, Stadtmodelle, Fotos und weitere Informationen zu Bauwerken und anderen Sehenswürdigkeiten abrufbar.  Wer möchte, kann auch eigene Daten laden und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Im Jahr 2008 feierte München sein 850-jähriges Bestehen. Das Ereignis war einer der Anlässe für das Vorhaben. Ein prominentes Forum für das Ergebnis ist nun die Dauerausstellung „Typisch München“ im Münchner Stadtmuseum. Dort können die Besucher historisches Kartenmaterial für ausgewählte Gebiete und die dazugehörigen Sachdaten aufrufen und visualisieren.

Vergleich von Damals und Heute

Damit der Stadtatlas von möglichst vielen Menschen genutzt werden kann, muss sowohl Zugang als auch Bedienung unkompliziert sein. Ob DVD oder USB-Stick – beides braucht nur in einen Computer eingelegt bzw. gesteckt werden und funktioniert ohne lästiges Installieren und Registrieren. Dank der sogenannten „Pack&Go“-Technologie (Daten inklusive benötigter Software auf einem Datenträger) kann die Anwendung sofort gestartet werden.  Der Startbildschirm beinhaltet neben dem Kartenfenster noch eine Navigationsleiste und einen Themenbaum mit einer Übersicht des vorhandenen Materials (nach Epochen oder Themen geordnet). Dort kann man dann das gewünschte Interessengebiet auswählen, zum Beispiel Zoom auf Marienplatz und Anzeige der Kriegsschäden im Jahr 1945. Oder man lässt sich Fotos aus früheren Epochen und heute zum Vergleich zeigen. Diese und zahlreiche andere Möglichkeiten bietet bereits die Basisversion für Jedermann, deren intuitive Benutzerführung keinerlei Vorkenntnisse voraussetzt. Dafür ist viel geboten: Zum Angebot gehören mehr als 50 historische Pläne mit zugehörigen Sachdaten, wie zum Beispiel Wissenswertes zu Sehenswürdigkeiten, historische Luftaufnahmen oder auch die Standorte alt eingesessener Münchner Traditionsunternehmen . Wer eine einfache GPS-Maus an seinen Laptop steckt, den führt die Software sogar an sein gewünschtes Ziel.

Technik passt sich an Zielgruppe an

Die Basisversion ist Bestandteil des Geografischen Informationssystems (GIS) CADdy des Münchner Ingenieurbüros Wenninger. Während sich diese anwenderfreundliche Consumer-Software weitgehend auf komfortable Abfrage- und Navigationsfunktionen konzentriert, eröffnet die Profi-Version ganz andere Möglichkeiten. Der sichtbare Unterschied zeigt sich bereits in der weitaus komplexeren Oberfläche mit zahlreichen Funktionen, Schaltflächen und Themen bzw. Karten zur Auswahl.
Für diese Version benötigt man eine Registrierung und ein Software-Upgrade. Weitere Funktionen für „Fortgeschrittene“ sind das Editieren vorhandener Daten, eine Datenbank-Anbindung mit räumlichen Analyse-Möglichkeiten sowie die freie Gestaltung von Layouts. Mit der Einbindung von WMS Diensten (Web Map Services) kann der Stadtatlas sogar um aktuelle Daten zum Kanal-, oder Straßennetz erweitert werden.

Interessante Möglichkeiten bietet auch das Projekt „Gedächtnis einer Stadt“ des Unternehmens mapyoo. Dort werden die historischen Karten im Web visualisiert. Die vorhandenen Daten können dann mit eigenem Material (wie alte Fotos, Pläne und natürlich Karten) ergänzt werden. In Zeiten von Web 2.0 wollen die Bürger immer mehr Informationen nicht nur digital abrufen, sondern auch mit eigenen Beiträgen erweitern können. Das ist hier möglich.

Für Historiker, Nostalgiker und Touristen

Potenzielle Anwender des Projekts „digitaler Stadtatlas“ sind grundsätzlich alle, die sich für die Geschichte einer Stadt interessieren. Wer ist nicht schon einmal in einem Straßencafé gesessen und hat sich überlegt, wie der jeweilige Ort wohl aussah, als die Straßenbahn noch von Pferden gezogen wurde und die Beleuchtung aus Gaslaternen kam? Mit einem Laptop und dem 8-GB-USB-Stick können Sie nun diese Frage binnen Minuten beantworten – übrigens auch in Englischer Sprache.

In München ist der Service bereits testweise  nutzbar. Andere potenziellen Anwender, meist Kommunen, haben bereits angefragt. Es ist auch möglich, das Projekt mit dem interaktiven Webdienst zu beginnen. Dies ermöglicht das Einbeziehen von Bürger-Beiträgen zum Zeitpunkt der DVD- bzw. Stick-Veröffentlichung.

 

 

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