Diskussion über Finanzmarkt

Unter dem Motto „Finanzmarkt - Quo vadis?“ lud die Bayerische Versorgungskammer zur achten Ausgabe ihrer Veranstaltungsreihe „BVK im Dialog“ ein.

 

München   -  09.03.2011

Das diesjährige Thema, die Zukunft der Finanzmärkte, beleuchteten hochkarätige Experten mit einem Vortrag und einer anschließenden Podiumsdiskussion aus verschiedenen Blickwinkeln. Dabei wurde vor allem eines deutlich: Die Kristallkugel für den Blick in die Zukunft gibt es nicht. Einschätzungen der Zukunft basieren immer auch auf der Interpretation vergangener Erfahrungen, und hierbei können Expertenmeinungen mitunter sehr weit auseinander liegen – oder sich sogar klar widersprechen.

Den Auftakt machte der Finanzmathematiker Prof. Dr. Rudi Zagst von der Technischen Universität München. Er stellte die Fallstudie des Orange County Investment Pools vor, der in den späten 90er Jahren spektakulär in die Pleite ging und die kommunalen Finanzen des Orange County in Kalifornien auf lange Zeit ruinierte. Prof. Dr. Zagst zeigte auf, wie undurchsichtige Finanzinstrumente und menschliches Fehlverhalten zu dieser Pleite führten und mit welchen einfachen Instrumenten man sie hätte verhindern können. Parallelen zur Subprime-Krise der jüngsten Vergangenheit und die Frage, ob aus solchen Fehlern gelernt wurde oder nicht, drängten sich auf.

Entsprechend eröffnete die n-tv-Börsenmoderatorin Katja Dofel den zweiten Teil des Abends mit einem Sprichwort: „Ein kluger Mann lernt von den Fehlern anderer“. Was also kann man lernen aus den Fehlern, die u.a. zur jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise führten? Mit Dr. Thorsten Polleit, Chefvolkswirt bei Barclays Capital, und Dr. Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank, diskutierten darüber bei der anschließenden Podiumsdiskussion zwei ausgewiesene Experten. Zu Themen wie Geldwertstabilität, Zukunft des Euro, Sinn oder Nicht-Sinn staatlicher Rettungsaktionen zum Beispiel für Lehman Brothers oder drohende Inflationsgefahr wurde vor allem eines schnell deutlich: Fragt man zwei Experten, erhält man mit einiger Wahrscheinlichkeit zwei – teils konträre - Meinungen. Der beste Rat, den beide Volkswirte dem Publikum dann auch mit auf den Weg gaben, war, immer mindestens zwei Meinungen einzuholen – um dann möglicherweise keiner von beiden zu folgen.

Mit ihrer Veranstaltungsreihe „BVK im Dialog“ lädt die Bayerische Versorgungskammer seit 2002 zu Vorträgen rund um das Thema Altersversorgung ein. Das diesjährige Thema, die Zukunft der Finanzmärkte, ist für das Kerngeschäft der Bayerischen Versorgungskammer von zentraler Bedeutung: Denn eine nachhaltig finanzierbare Altersvorsorge ist – vor allem bei vollständig oder teilweise kapitalgedeckten Systemen – stark von ihr abhängig. Die rund 150 Gäste aus Gremien, Verbänden, Aufsicht und Politik erlebten eine thematisch komplexe, zugleich aber nicht zuletzt dank der diskutierfreudigen Podiumsgäste sehr kurzweilige Veranstaltung – die zwar keine Patentlösungen, aber doch Perspektiven aufzeigen konnte.

Über die BKV: Als größte öffentlich-rechtliche Versorgungsgruppe Deutschlands ist die Bayerische Versorgungskammer ein Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum für berufsständische und kommunale Altersversorgung. Sie führt als Oberbehörde im Ressort des Bayerischen Staatsministeriums des Innern gemeinschaftlich die Geschäfte von zwölf rechtlich selbständigen berufsständischen und kommunalen Altersversorgungseinrichtungen mit insgesamt ca. 1,8 Mio. Versicherten, ca. 3,8 Mrd. € jährlichen Beitrags- und Umlageeinnahmen und ca. 2,5 Mrd. € jährlichen Rentenzahlungen. Sie managt für alle Einrichtungen zusammen ein Kapitalanlagevolumen von derzeit ca. 48 Mrd. €. Die BVK beschäftigt rund 1 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die BVK ist seit März 2010 Unterzeichner der Charta der Vielfalt.

Quelle: Bayerische Versorgungskammer

 

 

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