Strabag erhält Zuschlag für Züblin

01.06.2005

Stuttgart (01.06.05) - Die österreichische Bauholding Strabag übernimmt die Mehrheit am Stuttgarter Baukonzern Züblin. Dies teilten Züblin und die Strabag am Mittwoch in Stuttgart gemeinsam mit. Damit ist das monatelange Ringen um die Mehrheit an Züblin zwischen Strabag und der Stuttgarter Unternehmerfamilie Lenz, das durch die Insolvenz von Walter Bau ausgelöst wurde, beendet. Die FIMAG in Wien habe von der Bayerischen Landesbank den Zuschlag für deren Züblin-Aktienpaket von 48,7 Prozent erhalten, heißt es in der Erklärung. Die Strabag ist eine 100-prozentige Tochter der Finanz Industrie Management AG (FIMAG). Mit den zuvor erworbenen 4,9 Prozent halte sie damit die Aktienmehrheit an der Ed. Züblin AG mit 53,6 Prozent.

Die Familie Lenz, die 43 Prozent an Züblin hält, machte am Mittwoch klar, dass sie für eine Fusion von Züblin mit der Strabag, für die eine Zustimmung von 75 Prozent der Aktien erforderlich wäre, nicht zur Verfügung steht. Lenz will auch künftig strikt darauf achten, das die unternehmerische Selbstständigkeit von Züblin und deren Wachstumspotenzial im In- und Ausland im Wettbewerb mit Strabag unangetastet bleiben. Die Familie Lenz hatte sich ebenfalls um die bei der Bayerischen Landesbank liegenden 48,7 Prozent, die früher Walter Bau gehörten, bemüht. Die Familie sprach von einer «vorschnellen Entscheidung.» Der baden- württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger hatte sich bis zuletzt für eine «schwäbische Lösung» bei Züblin stark gemacht.

Der Züblin-Vorstand und die Strabag-Holding gaben am Mittwoch in Stuttgart ihr künftiges Modell für die Zusammenarbeit bekannt. Unter der FIMAG als Mehrheitsgesellschafter werden die Strabag AG und die Ed. Züblin AG in Deutschland als getrennte Marken auftreten. Bei Züblin in Stuttgart sollen der Schlüsselfertig-Bau (SF-Bau) und der Ingenieur- und Tiefbau konzentriert werden. Dazu sei geplant,den gegenwärtigen SF-Bau der Strabag in Köln und die von ihr übernommenen Dywidag-Einheiten in die Züblin AG einzugliedern. Die Strabag in Köln bleibe für den Straßenbau zuständig.

Der Züblin-Firmensitz, der Vorstand und die zentralen Einheiten verbleiben weiterhin in Stuttgart, legten Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner und Züblin-Chef Manfred Nußbaumer weiter fest. Beide sehen in dem nun eingeschrittenen Weg eine «zukunftsorientierte Neuordnung in Deutschland und den Nachbarländern». Nach Einschätzung der beiden Vorstände könnte sich der durch Rationalisierungseffekte ergebende Arbeitsplatzabbau «in engen Grenzen halten, in einem optimistischen Szenario zur Gänze vermieden werden». Die kartellrechtliche Genehmigung erwarten die Vorstände spätestens nach dem Sommer 2005.

Offiziell wurde der Preis, den Strabag für die Züblin-Anteile gezahlt hat, nicht genannt. Es dürften rund 60 Millionen Euro gewesen sein. Strabag ist nach der Übernahme von Teilen der Walter Bau der umsatzstärkste Baukonzern in Deutschland. Nach Unternehmensangaben beschäftigt Strabag über 32 000 Mitarbeiter an über 500 Standorten im In-und Ausland und erbringt eine Bauleistung von 5,6 Milliarden Euro. Züblin zählt zu den fünf größten Bauunternehmen in der Bundesrepublik, beschäftigt rund 8.000 Mitarbeiter und weist eine Bauleistung von 1,3 Milliarden Euro aus.

 

 

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