Wo, wenn nicht in dem unmittelbar an der Donau gelegenen Kloster Weltenburg sollte man ein Expertenforum zum Thema Hochwasserschutz veranstalten? Das dachten sich die Veranstaltungspartner Beton Marketing Süd GmbH, die Hochschulen Regensburg und Deggendorf mit dem Wasserwirtschaftsamt Landshut und der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau u.a..
Kelheim - 29.06.2009

Hier im schön gelegenen Donautal kommt mit einer ungewissen Regelmäßigkeit wie die Anwohner so treffend sagen „die Donau zu besuch“ und überschwemmt das Kloster, die Kirchen und Wohngebäude. In den vergangen Jahren ist zur Sicherung des Gebäudebestandes sehr viel realisiert worden.
Bereits zur Begrüßung der rund 100 anwesenden Experten zeigte sich der Hausherr Abt Thomas Freihart bei den Behördenvertretern sehr dankbar für die entstandenen Sicherungsmaßnahmen, die ein Ende der verheerenden Hochwasserschäden an den historischen Klosterräumen versprechen. So wurden, wie Bauoberrat Bernhard Eichner vom Wasserwirtschaftsamt Landshut anschließend vorstellte an dem historischen Bauwerk eine Kombination zahlreicher Sicherungsmaßnahmen realisiert. Neben untergrundsichernden Maßnahmen wurden Sicherungsmaßnehmen für Wände, Fenster und Eingänge realisiert.
Alle Maßnahmen erforderten wegen der historischen Bausubstanz immer eine enge Abstimmung mit den Anforderungen des Denkmalschutzes. So ist ein einzigartiges Gebäudeschutzkonzept entstanden, das bis vor ein paar Jahren die Fachwelt für nicht realisierbar gehalten hatte. Für eine bessere Vernetzung von Lehre und Praxis warb Prof. Dipl.-Ing. Andreas Ottl, Hochschule Regensburg in seinem Vortrag und belegte dies mit einem Beispiel aus Roding. Hier ist eine Konzeptstudie durch die regionale Hochschule erarbeitet worden, die als Grundlage für weitere Planungen diente. Ein solches Vorgehen habe viele Vorteile.
Die Studierenden würden früh mit realen Problemen konfrontiert. In seinen Augen sei eine qualitativ hoch stehende Ausbildung die Folge. Mit einem weiteren Projekt der regionalen Hochschule stellte Prof. Dipl.-Ing. Rudolf Metzka, Hochschule Deggendorf die Zusammenarbeit der Lehre mit dem Planungsbüro vor. In seinem Vortrag wurde eine von der Hochschule erarbeitete Konzeptstudie vorgestellt. Sie bildete die Grundlage für das später realisierte „integrierten Hochwasserschutzkonzept Bach an der Donau“.
Das Thema Hochwasserschutz entlang der Donau müsse von verschiedenen Seiten angepackt werden meinte der Leitende Baudirektor Johannes Schmuker vom Wasserwirtschaftsamt Landshut. Nicht immer seinen es technische Lösungen, wie Spundwände oder Abdichtungen die richtige Lösung. Letztendlich zeigen zahlreiche Maßnahmen entlang des Flusses, dass die Wirtschaftlichkeit einen großen Stellenwert einnimmt. So kann auch in einigen wenigen Fällen eine Absiedlung der Bewohner die richtige Lösung sein. In den nächsten Jahren werden jedoch in zahlreiche bauliche Maßnahmen investiert.
Eine Vielzahl von baulichen Lösungen, die sich auch in der neue erschienenen Hochwasserbroschüre der Beton Marketing wiederfinden, stellte Dr. Diethelm Bosold, Beton Marketing Süd GmbH vor. So muss neben der passenden Gebäudesicherung vom Planer auch an Fenster und Türsicherungen sowie an Schachtsysteme gedacht werden. Hier haben Fachfirmen in den letzten Jahren beeindruckende Produkte entwickelt, die dauerhafte Lösungen und hohe Gebrauchsicherheit garantieren.
Bei der anschließenden Objektbesichtigung mit Vorführung des Hochwasserschutzkonzept Kloster Weltenburg beeindruckten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kelheim die Teilnehmer. Neben Fenstersicherung und dem Einsatz mobiler Schutzwände wurden vom Komandanten der Feuerwehr Herrn Georg Sinzenhauser auch das Einsatzkonzept erläutert.
(Text und Fotos: Rüdiger Schemm/hau)
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