Prof. Dr.-Ing. Norbert Gebbeken gab einen Einblick in die Arbeit der Bauingenieure im Katastrophenschutz und beim Wiederaufbau.
München - 25.03.2010
Eine interessante Seite des Berufs des Ingenieurs im Bauwesen beleuchtete am 25. März eine Veranstaltung der Reihe „Qualität zählt“ in der Obersten Baubehörde in München. Prof. Dr.-Ing. Norbert Gebbeken von der Universität der Bundeswehr München gab einen Einblick in die Arbeit der Bauingenieure im Katastrophenschutz und beim Wiederaufbau.
„Qualität zählt” habe sich seit 2005 zu einem Forum für die Präsentation von Spitzenleistungen von Architekten und Ingenieuren entwickelt, sagte Ministerialdirektor Josef Poxleitner, Leiter der Obersten Baubehörde bei der Begrüßung.
„Unglücksfälle wie in Köln und Bad Reichenhall sind vermeidbar”, so Ing.(grad.) Gert Karner, Landesvorsitzender des Verbandes Beratender Ingenieure (VBI) in Bayern in seinem Grußwort. Eine große Herausforderung für Bauingenieure stellten Erdbeben dar, wie jenes im italienischen Friaul, bei dem 1976 rund 1.000 Menschen ums Leben kamen. Karner ging noch kurz auf das Lawinenunglück in Galtür von 1999 ein. Beim Bauen solle das Qualitätsselbstverständis bei allen Ingenieuren ausgeprägt sein, so sein Appell an die Berufskollegen. Einen spannenden Einblick in seine eigene Arbeit und allgemein von Bauingenieuren beim Katastrophenschutz und beim Wiederaufbau gab anschließend Prof. Dr.-Ing. Norbert Gebbeken.
Erdbeben und Hochwasser
Anhand von Beispielen aus den Bereichen Naturgefahren, technische und terroristische Gefahren sowie Wiederaufbau erklärte Gebbeken die Herausforderungen, denen sich Ingenieure bei ihrer Arbeit stellen müssen. Ziel sei es, Sicherheit zu geben.
Sowohl was die bauliche Infrastruktur als auch die Abwendung von Gefahr für Leib und Leben betrifft. Einen Fokus seines Vortrages legte Gebbeken auf das Thema Erdbeben: „Zur Auslegung von Tragwerken arbeiten Bauingenieure mit Beschleunigungen, Geschwindigkeiten und Verschiebungen.” Mit Blick auf die Deutsche Erdbebennorm DIN 4149 sagte er: „Die Natur kennt keine Sprünge”. Die Vorgaben seien deshalb nicht immer optimal.
Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Hochwasser. Anhand der Schäden, die das Alpenhochwasser von 2005 im österreichischen Lech am Arlberg angerichtet hat, zeigte Gebbeken die Herausforderungen auf. Verklausungen hatten damals zur Katastrophe beigetragen: Tonnen von Geröll waren bis ins Ortsinnere gespült und zahlreiche Gebäude beschädigt worden. Bei der Beseitigung der Schäden und beim Wiederaufbau von Straßen haben Ingenieure mit ihrem Fachwissen dazu beigetragen, dass künftig zumindest derartig hohe Schäden bei Hochwasser nicht mehr zu erwarten sind.
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