Opake Fassadenflächen – Konstruktion, Bauphysik, Abwicklung
Augsburg - 11.03.2016
Die Tagung Fassade 16 des Instituts für Bau und Immobilie der Hochschule Augsburg fand am 25. Februar 2016 in der Handwerkskammer für Schwaben statt.
Das Tagungsgremium Prof. Werner Jager, Prof. Dr. Elisabeth Krön, Prof. Dr. Timo Schmidt, Prof. Manfred Schnell und Prof. Dr. Armin Schwab hatten wieder ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Zum Schwerpunkt „Opake Fassadenflächen – Konstruktion, Bauphysik, Abwicklung“ leisteten die Referenten ihre Beiträge aus Entwurf und Gestaltung, Forschung und Planung, sowie Ausschreibung und Fassadenmontage.
Nach der Begrüßung der über 230 anwesenden Fassadenexperten durch Vizepräsident Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair und Moderator Prof. Dr. Timo Schmidt (beide Hochschule Augsburg) starteten die Architekten Matthias Haber und Markus Schubert (HildundK Architekten, München und Berlin) mit ihrem Vortrag „Kleidungsstücke“. Sie schilderten die Übertragung textiler Strukturen auf Gebäudefassaden anhand verschiedener Projekte und zeigten zum Beispiel das AGFA Hochhaus in München, dessen Fassade der Struktur von Flecht- oder Webarbeiten gleicht. Prof. Dr. Philipp Leistner (Universität Stuttgart) erläuterte anschließend den Zusammenhang zwischen Fassaden und Akustik im urbanen Raum. Er machte deutlich, dass Fassaden entscheidend zur Reduzierung des Lärmpegels in Städten beitragen können, wenn schallabsorbierende Materialien – zum Beispiel eine offenporöse Schicht wie Holzwolle mit entsprechender Beplankung – an Fassaden zum Einsatz kämen. Leistner appellierte daran, das Thema Akustik nicht zu vernachlässigen sondern frühzeitig in die Gebäude- und Fassadenplanung einzubeziehen. Prof. Dr. Werner Jager (Hochschule Augsburg) referierte über die thermische Wirkung von Fassaden im urbanen Raum und Innenraum. Er machte deutlich, dass Fassaden aktiv dazu beitragen können, Überhitzungen in Städten zu reduzieren. Der Schüssel hierfür ist die Verringerung der Oberflächentemperaturen von Fassaden durch Farbgebung, Einsatz von Phasenwechselmaterialien oder Begrünung. Zusätzliches Potenzial entfalten geschlossene Fassaden mit photokatalytischen Oberflächen bei der Erhaltung bzw. Verbesserung der Luftqualität. Dr. Nobert Rehle (Rehle Ingenieure, Stuttgart) schilderte aus der Sicht des Tragwerksplaners das Thema „Standsicherheit von VHF“ und zeigte verschiedene Befestigungslösungen für schwere, vorgehängte Betonelemente.
Nach der Mittagspause stand der Praxisbezug im Vordergrund. Christian Dworski (JH Development GmbH, München), schilderte seine Erfahrungen bei Ausschreibung und Vergabe von Fassadenleistungen und wies anhand des Referenzobjekts Schwabinger Tor in München auf Fallstricke und Lösungsmöglichkeiten hin. Markus Erhardt (Hemmerlein Ingenieurbau GmbH, Bodenwöhr) zeigte ausgeklügelte Montagetechniken tonnenschwerer Fassadenelemente aus Sichtbeton. Dr.-Ing. Martien Teich (seele GmbH, Gersthofen) stellte Opake Fassadenanteile im integrativen Glas-Sandwichelement vor, und Prof. Dr.-Ing. Christian Schuler (Hochschule München) bereicherte den Beitrag mit neuesten Ergebnissen aus dem Testlabor. Abschließend zeigte Thomas Toepfer (Rieder Smart Elements GmbH, A-Maishofen) Einbauoptionen von Faserbeton als Gebäudehülle im vorgehängten hinterlüfteten System.
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► Gesamte Pressemitteilung (PDF)
(Quelle: Hochschule Augsburg / Institut für Bau und Immobilie)
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