Studie zum Bürokratieabbau bei öffentlichen Vergabeverfahren

18.09.2003

Berlin (17.09.03) Die Unternehmensberatung BearingPoint GmbH hat im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit die Ergebnisse eines Gutachtens zur Frage: "Können Präqualifikationsverfahren (PQV) einen Beitrag zum Bürokratieabbau leisten, und wie sollte ein Verfahren gestaltet werden, um dies effizient zu erreichen?" vorgestellt.Öffentliche Aufträge dürfen nach den geltenden Vergabevorschriften nur an geeignete, d.h. "fachkundige, zuverlässige und leistungsfähige" Unternehmen vergeben werden. Die Eignung ist bei jedem öffentlichen Auftrag durch umfangreiche Nachweise zu belegen. Dies führt sowohl bei Unternehmen, die sich um einen öffentlichen Auftrag bewerben, als auch bei den Behörden zu enormem bürokratischen Aufwand. Hier könnten Präqualifikationsverfahren abhelfen: Unternehmer weisen ihre Eignung periodisch etwa gegenüber einer Agentur oder einer Behörde nach, und "präqualifizieren" sich dadurch für bestimmte Produkt- oder Gewerbekategorien. Auftraggeber können dann im einzelnen Vergabeverfahren bei präqualifizierten Unternehmen weitgehend auf eigene Eignungsprüfungen verzichten.

Bearing Point hat dazu mehrere bestehende PQV (u.a. in Belgien, Großbritannien, Frankreich und Österreich) untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass durch ein Präqualifikationsverfahren auf Seiten der Unternehmen Kosten in Höhe von etwa 2% des Gesamtauftragsvolumens eingespart werden könnten. Bei einem Bau-Vergabevolumen von ca. 30 Milliarden EUR (im Jahr 2001) wären das insgesamt rund 600 Millionen EUR. Die prozentuale Einsparung sei für kleinere Unternehmen eher noch höher.

Hierzu der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, Gerd Andres: "Ein solches Präqualifikationssystem hilft Kosten senken und spart Zeit. Ich stelle mir ein freiwilliges Informationssystem vor, das keine zusätzlichen Wettbewerbshürden aufbaut, dafür aber hochwertige Informationen liefert und deshalb umfangreich genutzt werden kann. Wir werden nun prüfen, in welcher Form ein solches Präqualifikationssystem in Deutschland eingeführt werden könnte."

 

 

[ zurück zur Übersicht ]

Bayerische
Ingenieurekammer-Bau

Körperschaft des öffentlichen Rechts

Schloßschmidstraße 3
80639 München
Telefon 089 419434-0
info@bayika.de

► Aktuelles ► Kurznachrichten
Planer- und Ingenieursuche
Partner Mittelstandspakt Bayern

Partner Klima-Allianz Bayern