Deutsche Unternehmen befürchten Anstieg der Wirtschaftskriminalität

09.04.2003

Frankfurt a.M.(09.04.03) Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young droht nach Einschätzung von zwei Dritteln der Führungskräfte in deutschen Unternehmen in den kommenden fünf Jahren ein weiterer Anstieg der Wirtschaftskriminalität. Bereits in den vergangenen fünf Jahren haben wirtschaftskriminelle Delikte nach Meinung der Manager deutlich zugenommen: 56 Prozent der Befragten gehen von einem leichten, 26 Prozent sogar von einem starken Anstieg aus. In den Führungsetagen der Unternehmen wird der Schaden, der im vergangenen Jahr in Deutschland durch wirtschaftskriminelle Delikte verursacht wurde im Durchschnitt, auf mehr als 8 Mrd. Euro geschätzt.
Das Management ist häufig an Delikten beteiligt
Zwei Drittel aller Täter kommen aus den eigenen Reihen. In zwölf Prozent dieser Fälle machten die Mitarbeiter mit externen Tätern gemeinsame Sache. Zudem ist nahezu jeder zwanzigste Täter ein Mitglied der Geschäftsführung. "Angesichts des geringen Anteils dieser Personengruppe an der Gesamtbelegschaft eines Unternehmens eine bemerkenswert hohe Zahl", meint Alexander Jakob, Mit-Autor der Studie.



Führungskräfte unterschätzen Kriminalität im eigenen Unternehmen
Entgegen ihrer allgemeinen Einschätzung glaubt die Mehrzahl der Manager, die Welt sei im eigenen Unternehmen noch in Ordnung: 70 Prozent geben an, die Kriminalität im eigenen Unternehmen sei gleich geblieben oder sogar gesunken. Nur fünf Prozent der Befragten gehen hier von einem starken Anstieg aus. "In den Unternehmen herrscht offensichtlich das Prinzip der Vogel-Strauß-Politik: Man will das Problem nicht sehen", sagt Klaus Fischer. Dabei könnten die Risiken und Schäden Ausmaße annehmen, die bis zur Existenzgefährdung der betroffenen Unternehmen gehen.


Hohe Dunkelziffer
Etwa 60 Prozent der Befragten meinen, nur die Hälfte der wirtschaftskriminellen Taten in Deutschland werde aufgedeckt. Mit Blick auf ihr eigenes Unternehmen wiegen sich die Manager allerdings auch bei dieser Frage in trügerischer Sicherheit: Hier sind die Befragten der Meinung, im eigenen Unternehmen würden etwa drei Viertel aller Straftaten aufgedeckt.

 

 

[ zurück zur Übersicht ]

Bayerische
Ingenieurekammer-Bau

Körperschaft des öffentlichen Rechts

Schloßschmidstraße 3
80639 München
Telefon 089 419434-0
info@bayika.de

► Aktuelles ► Kurznachrichten
Planer- und Ingenieursuche
Partner Mittelstandspakt Bayern

Partner Klima-Allianz Bayern