Besserungen in der Baubranche erst ab 2004

05.06.2003

Berlin (05.06.03) Laut Ignaz Walter, Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) sei das, was sich derzeit im Bau abspielt, eine Katastrophe. Bereits zu Jahresbeginn hätten die schlechte Witterung und die Verunsicherung der Auftraggeber durch den Irak-Krieg Neugeschäft und Umsätze einbrechen lassen. Der Verband erwarte nun einen Umsatzrückgang von sechs Prozent und einen weiteren Abbau von 60 000 Arbeitsplätzen in diesem Jahr. Walter forderte mehr öffentliche Investitionen und tief greifende Reformen, ohne die Deutschland nicht aus der tiefen Wirtschaftskrise kommen werde.Hoffnung auf Besserung erst ab 2004
Bisher hatte der HDB mit einem Umsatzminus von 3,8 Prozent in diesem Jahr gerechnet. Die konjunkturelle Talsohle wird die Bauindustrie dem HDB zufolge frühestens im Jahr 2004 erreichen. „Eine Belebung der Umsätze ist nicht vor 2005 und eine Stabilisierung der Beschäftigung nicht vor 2006 zu erwarten“, teilte der HDB mit.
Dem Verband nach waren im April 300 000 Bauarbeiter ohne Beschäftigung - so viele wie nie zuvor in diesem Monat. Weiter sprach der HDB von einem dramatischen Umsatz- und Nachfrageeinbruch in den ersten drei Monaten 2003. Der Umsatz habe 12,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres gelegen. Der Auftragseingang sei sogar um 15 Prozent eingebrochen.
Bauwirtschaft fordert mehr öffentliche Investitionen
Laut Walter sei ein wirtschaftlicher Aufschwung nur über die Bauwirtschaft zu erreichen. Weiter machte Walter vor allem fehlende öffentliche Investitionen für die augenblickliche Baukrise verantwortlich. Dabei gebe es beispielsweise im Straßen- und Kanalbau sowie bei öffentlichen Gebäuden dringenden Sanierungsbedarf in Milliardenhöhe, für den aber vor allem den Kommunen das Geld fehle. Daher dürften die Haushalte nicht länger zu Lasten der öffentlichen Investitionen saniert werden. „Wenn Sparen, dann bei den Konsumausgaben und den Subventionen“, forderte Walter. Die Eigenheimzulage nahm er allerdings davon aus, auch wenn er eine andere Gestaltung beispielsweise in Form von steuerlichen Vergünstigungen beim Bau eines Hauses befürwortete. Zudem forderte Walter die private Finanzierung öffentlicher Bauprojekte.
Für die lohnintensive Bauwirtschaft sei zudem die Senkung der Lohnzusatzkosten sehr wichtig, sagte Walter. Die Reformagenda der Bundesregierung gehe zwar in die richtige Richtung aber nicht weit genug.

 

 

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