Berlin - 31.01.2006
ZDB rechnet mit weiterem Rückgang der Bauinvestitionen.
“Wir erwarten auch in 2006 einen weiteren Rückgang der Bauinvestitionen. Wir hoffen allerdings, dass dieser wesentlich geringer ausfallen wird als noch in 2005.” Dies erklärte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Prof. Dr. Karl Robl, anlässlich der Eröffnungspressekonferenz zur Baufach 2006. “Noch liegen keine endgültigen Daten zum Bauhauptgewerbe für das Jahr 2005 vor. Aber allein die Zahlen für den Zeitraum Januar bis November 2005 zeigen, wie dramatisch sich die Bauwirtschaft im vergangenen Jahr nach unten bewegte.” so Robl weiter.
So beschäftigte das Bauhauptgewerbe im November 2005 insgesamt 729.249 Personen (-5,1 %). Davon waren 535.058 Beschäftigte (- 4,5 %) in westdeutschen und 194.191 Beschäftigte (-6,8 %) in ostdeutschen Betrieben tätig. Das bedeutet, dass auf das Jahr 2005 hochgerechnet etwa 716.000 Personen im Bauhauptgewerbe tätig gewesen sein werden, d.h. rund 10.000 Beschäftigte weniger als wir bisher erwartet hatten. Dies entspricht einem Abbau von 51.000 Arbeitsplätzen (- 6,6 %) im vergangenen Jahr.Der baugewerbliche Umsatz erreichte bis einschließlich November 2006 die Größe von 66,7 Mrd. Euro, was einem Minus von 6,1 % entspricht. Davon erzielten die Baubetriebe in den neuen Ländern 15,6 Mrd. Euro an Umsätzen (-9,3 %) und die in den alten Ländern 51,1 Mrd. Euro an Umsätzen (-5 %). “Beim Umsatz werden wir wohl die prognostizierten 74 Mrd. Euro erreichen”, so Robl.
Das neue Auftragsvolumen liegt in den ersten 11 Monaten des Jahres 2005 real um 3,1 % und nominal um 1,7 % unter den Vergleichswerten des Vorjahres. Der Auftragsrückgang war im Hochbau real um 4,8 % und im Tiefbau um 1,3 % niedriger als vor einem Jahr. Dabei liegt die Baunachfrage im Straßenbau real sogar um 0,2 % über dem Vorjahresvolumen.
Die Auftragslage gestaltete sich für die westdeutschen Betriebe mit real –1,0 % deutlich günstiger als die für die ostdeutschen Betriebe mit real -9,7 %. Für die westdeutschen Betriebe erreichte die Nachfrage im Straßenbau mit real +3,9 % sogar einen deutlich positiven Wert.
Für das laufende Jahr 2006 ist aufgrund der in der Mehrzahl ungünstigen Rahmenbedingungen noch nicht mit einer positiven Entwicklung der Bautätigkeit in Deutschland zu rechnen.
Die Einschnitte im Wohnungsbau durch die Abschaffung der Eigenheimzulage und der degressiven AfA werden die Baunachfrage im Wohnungsbau, dem wichtigsten Segment der Bauwirtschaft, weiter zurückgehen lassen.
Die Baugenehmigungen, die wichtigsten Frühindikatoren für zukünftige Aufträge weisen ebenfalls nach unten: Denn das Genehmigungsvolumen für neue Gebäude lag im Zeitraum Januar bis November 2005 insgesamt bei 43,0 Mrd. € und damit um 10,8 % unter dem Vorjahreswert. Bei den Wohngebäuden wurden Anträge im Wert von 27,1 Mrd. € (- 14,1 %) genehmigt. Bei den Nichtwohngebäuden wurden Genehmigungen im Wert von 15,9 Mrd. € (- 4,7 %) ausgegeben. Das Genehmigungsvolumen für öffentliche Bauten liegt mit 3,8 Mrd. € um etwa 300 Mio. € niedriger als im Vorjahreszeitraum.
“Die Baugenehmigungen lassen somit keine Impulse für die Baunachfrage im Jahr 2006 erwarten.” erklärte Robl. Wenn sich die negative Entwicklung von 3,6 % in 2005 auf – 1 % in 2006 tatsächlich abschwächen würde, könnte die Hoffnung entstehen, dass es in 2007 ff. dann tatsächlich besser laufen wird.
Im Bauhauptgewerbe liegen die Erwartungen für 2006 derzeit bei einer Umsatzgröße von 72,5 Mrd. €, das wären 2 % weniger als in 2005. Hinsichtlich der Beschäftigung scheint ein Rückgang um ca. 20.000 Personen auf unter 700.000 wahrscheinlich.
“Alles in allem setzen wir darauf, dass sich die Lage der Bauwirtschaft in 2006 etwas stabilisieren und sich der Talsohle nähern wird, von der es in den folgenden Jahren dann wieder aufwärts gehen kann.” so Robl abschließend.
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