Neue Studie über die Profile virtueller Rathäuser

10.04.2003

Berlin (10.04.03) Das Deutsche Institut für Urbanistik befragte im Rahmen eines Monitorings 26 deutsche Städte nach ihren E-Government-Aktivitäten. Die jetzt vorliegenden Ergebnisse ermöglichen einen guten Einblick in die unterschiedlichen "E-Profile" der untersuchten Städte. Die Befragung war ein Teil des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) geförderten MEDIA@Komm-Projekts, das in den letzten drei Jahren die Einführung des E-Government in den aus einem bundesweiten Wettbewerb als Preisträger hervorgegangenen Modellregionen Bremen, Esslingen und Nürnberg unterstützt, begleitet und evaluiert. Anhand eines Vergleichs zwischen den drei geförderten MEDIA@Komm-Preisträgern und 26 Städten, die nicht vom BMWA gefördert wurden, sollten die E-Government-Lösungen beider Gruppen gegenübergestellt werden.

Die zentralen Fragestellungen des Monitorings lauteten:

1. Auf welchem Entwicklungsstand befindet sich das Projekt des virtuellen Rathauses in deutschen Städten und Kommunen insgesamt betrachtet, das heißt als umfassendes Modernisierungsprojekt?

2. Wie werden die im Rahmen von MEDIA@Komm verfolgten Herausforderungen in den nicht vom BMWA geförderten E-Government-Projekten angegangen?

Ergebnisse:


Vorbildlich sind einige Städte wie Köln, Düsseldorf und Dortmund auch bei der Integration ihrer E-Government-Initiativen in die allgemeine Stadtpolitik oder die Verwaltungsreform. So haben im Bereich der verstärkten Bürgerbeteiligung beispielsweise Dortmund und Stuttgart Standards gesetzt. Auch Marketing- und Kooperationsaktivitäten werden von einigen Städten wie Herten und Bochum, gut genutzt, was insbesondere die Kooperation mit externen Kompetenzträgern unterstützt und eine Kommerzialisierung eigener Erfolge vorbereitet. Die Befragung verdeutlichte jedoch auch, dass noch zu wenige Städte - Ausnahmen sind hier Köln und Düsseldorf - notwendige Qualifizierungsmaßnahmen starten, um die wichtigste Ressource - die Kompetenz und Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - gezielt auf die neuen Herausforderungen einzustimmen.

Gemeinsam ist den Spitzenreitern unter den deutschen Städten das feste politische und technische Fundament für das virtuelle Rathaus. Das Projekt ist hier Chefsache, erfährt aktive politische Unterstützung und wird in der Ablauforganisation professionell geführt. Dies alles trägt dazu bei, das Projekt EGovernment nicht als ein Projekt unter vielen zu behandeln, das in Fachabteilungen ausgebrütet und verfolgt wird.

Das zweite gemeinsame Element ist eine entwickelte technische Infrastruktur. Die Ausstattung der Arbeitsplätze in der Verwaltung ist den jeweils geplanten Vorhaben angepasst, die hausinterne Vernetzung ist vorgenommen worden und geeignete Softwarelösungen kommen zum Einsatz.

Das dritte Element des Erfolgs ist die Ausrichtung der Anwendungen auf den inhaltlichen Nutzen eines breiten Kundenkreises der Bürger, der Privatwirtschaft, der Verwaltung oder des Gemeinderates. Der ökonomische Nutzen ist zwangsläufig aufgrund des Frühstadiums des deutschen E-Government noch nicht konkret messbar. Mittlerweile werden jedoch gerade aus der Verwaltung Fortschritte in zentralen Indikatoren wie Durchlaufzeiten, Fehlerhäufigkeit, Qualität der Bearbeitung, Aufwandsreduzierung usw. gemeldet, die schon jetzt zu einer erhöhten Zufriedenheit des breiten Kundenkreises beitragen.




Die kompletten Befragungsergebnisse sind als Printversion und zum Download erschienen. Helmut Drüke, Arbeitspapier "E-Government in Deutschland: Ergebnisse des Teilprojekts "Monitoring nationaler Anwendungsfälle des kommunalen E-Government", Band 8, 2003. 134 S., Euro 7,50. Bestellung über die Faxnummer 030/39001-275; Difu-Verlag, Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin oder online mailto:verlag@difu.de.

Das Arbeitspapier steht zum kostenlosen Download bereit unter http://www.mediakomm.net/documents/arbeitspapier.8.2003.pdf

Arbeitspapier zum Download

 

 

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