Schröder: Neue Innovationskultur in Deutschland

07.01.2004

Die Bundesregierung will 2004 zum Jahr der Innovationen machen. "Wir wollen Deutschland bei Erfindungen, bei Innovationen in Forschung und Technik an der Weltspitze sehen", hat Bundeskanzler Gerhard Schröder in seiner Neujahrsansprache erklärt. In Deutschland gebe es für die Forschung zu viele Restriktionen, so der Kanzler in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Spiegel".

Ein rohstoffarmes und lohnintensives Land wie Deutschland kann nur mit innovativen Produkten, mittels Wissen und Kompetenz seinen Wohlstand sichern und mehren. Deshalb will sich die Bundesregierung nach den notwendigen Reformen und Modernisierungen der sozialen Sicherungssysteme jetzt verstärkt der zweiten Seite der Agenda 2010 zuzuwenden: der Innovationsoffensive. Denn nur mit Innovationen können Wachstum und Beschäftigung in Deutschland nachhaltig gesichert werden.

Innovationen - damit ist zweierlei gemeint, so Bundeskanzler Schröder am 5. Januar im "Spiegel": Investitionen von Staat und Wirtschaft in Forschung und Entwicklung einerseits, ein leistungsfähiges Bildungssystem andererseits. Schröder kritisierte, dass in Deutschland einerseits aus ökonomischen Gründen stärkere Investitionen etwa in die Biotechnologie gefordert werden, andererseits aber auch Forschungsrestriktionen aufgebaut würden. Schröder geht davon aus, dass die Diskussion über Bio- und Gentechnologie sowie über die Forschung an Stammzellen fortgeführt wird. Im Licht neuer Erkenntnisse muss auch der Bundestag in der Lage sein, solche neuen Erkenntnisse zu bewerten. Einmal getroffene Regelungen müssen immer wieder überprüft werden.

Deutschland brauche eine neue Innovationskultur, hatte Gerhard Schröder schon in einem Beitrag für das Handelsblatt vom 30. Dezember geschrieben: "Dazu gehört eine größere gesellschaftliche Offenheit gegenüber Innovationen und ein breiter gesellschaftlicher Dialog über deren Chancen und Risiken.

Bereits im Kindergarten und der Schule muss die (natur)wissenschaftliche Neugier und Kreativität unserer Kinder stärker gefördert werden. Unsere Kinder müssen wieder Forscher und Erfinder werden wollen. So kann, so wird Deutschland zum Land der Ideen werden. Dafür wollen wir die Menschen in unserem Land gewinnen."

Im Gespräch mit dem "Spiegel" kündigte Schröder jetzt einen "Masterplan High-Tech" an, nach dem in gemeinsamen Gesprächen mit Wissenschaft und Wirtschaft vor allem nach den Schwächen in der deutschen Forschung gesucht werden soll. Deutschland brauche hier mehr Private-Public-Partnership, also eine enge Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und Wissenschaft.

Wie über die Forschung müsse aber auch über die Bildung eine neue Diskussion beginnen, sagte Schröder. Deutschland habe seinen Ruf als Bildungsnation zu verteidigen, so der Kanzler in seiner Neujahrsansprache. Der Bund sei zwar nicht zuständig für Schulpolitik, aber die Bundesregierung unterstütze die Länder darin, die Kinder besser auf die Welt von morgen vorzubereiten. Dazu bräuchten die Schulen nationale Bildungsstandards, forderte der Kanzler in seinem Gespräch mit dem "Spiegel". Dazu sei allerdings auch ein verändertes Elternverständnis nötig: "Man darf in dieser Gesellschaft nicht alles beim Staat abladen", so Schröder.

Quelle: www.bundesregierung.de

 

 

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