07.01.2004
Kassel. Die Erdbebenschäden von Bam, Iran, machten erneut deutlich, dass viele Lehmbauten nicht erdbebensicher sind, obwohl es sowohl in China wie auch in Südamerika historische Lehmbauten gibt, die alle Erdbeben der letzten Jahrhunderte überstanden haben. Es ist nicht der Baustoff Lehm, der ein Gebäude erdbebenunsicher macht, sondern die falsche Bauweise.
Dies ist das Ergebnis von drei Forschungsprojekten, die vom Forschungslabor für Experimentelles Bauen, Fachbereich Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung der Universität Kassel (FEB) unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Gernot Minke durchgeführt wurden. Dabei wurden mehrere Möglichkeiten entwickelt, erdbebensichere Häuser aus Lehm zu bauen und in Guatemala, Mexiko, Ekuador, Bolivien und Chile jeweils unterschiedliche Prototypgebäude errichtet. Insgesamt zehn Faktoren nennt Minke, die ein Lehmgebäude sicherer machen. Dazu zählen beispielsweise ein "Ringbalken", der die Wände am oberen Ende fixiert, ggf. zusätzliche Aussteifungen und die richtigen Proportionen der Wandflächen zwischen den Fenster- und Türöffnungen.
Die Ergebnisse mit allen Empfehlungen dieser Forschungs- und Entwicklungsarbeit, die teilweise von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) und der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (gtz) finanziert wurden, sind jetzt in einem 50-seitigen "Manual" in englischer und spanischer Sprache erschienen. Diese Veröffentlichung kann vom Internet unter www.gtz.de/basin/publications/ herunter geladen werden.
Eine 10-seitige deutsche Zusammenfassung ist auf der Homepage des FEB unter www.uni-kassel.de/fb6/fachgebiete/feb/ (Stichwort: Veröffentlichungen) zu finden.
www.uni-kassel.de/fb6/fachgebiete/feb/
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