05.03.2004
Brüssel (05.03.04) - Ein europäisches Konsortium aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und der gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission (GFS) führt eine großangelegte Untersuchung innovativer Baustoffe durch, die beim Kampf gegen Luftverschmutzung helfen sollen. Im Rahmen des Projekts PICADA werden Materialien wie Putz, Mörtel, Baubeton oder Anstriche entwickelt und geprüft, die Titanoxid (TiO2) enthalten. Titanoxid kann organische und anorganische Luftschadstoffe einfangen und abbauen, nachdem sie ultravioletten und/oder Sonnenstrahlen ausgesetzt wurden.Die neuen Baustoffe sollen dabei helfen, die Konzentration von Stickoxiden und anderen Giftstoffen wie Benzol zu verringern. Diese tragen maßgeblich zu Atemproblemen und Smogbildung in Großstädten bei.
Im Augenblick werden die neuen Baustoffe in den Laboren der gemeinsamen Forschungsstelle der Kommission in Ispra/Italien geprüft. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es auch Feldversuche geben. Erste Anwendungen in der Praxis zeigen jedoch schon jetzt sehr positive Resultate: Im Jahr 2002 wurden 7000 Quadratmeter Straßenoberfläche in Mailand mit solch einem neuartigen zementähnlichen Stoff bedeckt, worauf sich die Konzentration von Stickoxiden auf Straßenhöhe um 60 Prozent verringerte.Das Gesamtprojekt wird 3,4 Millionen Euro kosten, wovon die Europäische Kommission bis zu 1,9 Millionen Euro tragen wird.
Bayerische
Ingenieurekammer-Bau
Körperschaft des öffentlichen Rechts
Schloßschmidstraße 3
80639 München
Telefon 089 419434-0
info@bayika.de