Geodäten und Geoinformatiker auf Erfolgskurs

Universitäten werben deutschlandweit für zukunftsträchtigen Studiengang

 

Hannover   -  04.10.2006

Hervorragende Berufaussichten und der absehbare Mangel an qualifizierten Nachwuchsingenieuren lässt alle deutschen Universitäten, die ein Studium in Geodäsie und Geoinformatik anbieten, in einer gemeinsamen Aktion um neue Studierende werben. 

Initiator der Aktion ist die Deutsche Geodätische Kommission (DGK), in der die Universitäten ihre Aktivitäten in Forschung, Lehre und Außendarstellung bündeln. Eine umfassende Broschüre erscheint bundesweit in einer Auflage von 75.000 Stück. Sie kann als pdf-Datei hier heruntergeladen werden:

►Broschüre


Geodäsie und Geoinformatik ist ein mathematisch und naturwissenschaftlich geprägtes Ingenieurstudium mit starkem Bezug zur Informatik sowie zu Geo-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Mit dem Aufkommen der Informationstechnologie hat sich ihr Betätigungsfeld stark ausgeweitet. Damit einher ging die neue Bezeichnung Geodäsie und Geoinformatik, die den alten Begriff des Vermessungswesens ersetzt. Heute sind GIS (Geoinformationssysteme) ohne Geodäten und Geoinformatiker genauso wenig denkbar wie Fahrzeugnavigationssysteme, die Überwachung von Bauwerken, die Erstellung von 3D-Stadtmodellen oder Messaufgaben in der Industrie, vor allem Fahrzeug- und der Luftfahrtbranche. Schon seit über 20 Jahren zählen Geodäten zu den Vorreitern der Satellitenpositionierung und Navigation mit GPS, die Entwicklung des europäischen Systems Galileo bringt für sie eine Fülle neuer Aufgaben mit sich. Auch Flächenmanagement und Bodenordnung gehören zu ihrem Repertoire. Vor dem Hintergrund der immer stärkeren Zersiedelung unserer Landschaft sowie der schrumpfenden Bevölkerung in Deutschland werden diese Fragen zunehmend brisant.

"Unsere Werbeaktion ist gerade zum jetzigen Zeitpunkt wichtig", sagt Prof. Christian Heipke von der Leibniz Universität Hannover, der die Aktion für die DGK leitet. "Der kommende Ingenieurmangel ist heute bereits deutlich spürbar. Ich gehe davon aus, dass unsere zukünftigen Absolventen auf dem Arbeitsmarkt hervorragende Möglichkeiten haben." Und Prof. Liqiu Meng von der Technischen Universität München ergänzt: "Wir bieten den jungen Leuten, die zu uns kommen, ein modernes und zeitgemäßes Studium mit internationalem Flair. Da unsere Semester deutlich kleiner sind als in vielen anderen Fächern, können wir die Studierenden intensiver betreuen. Bei uns lernen sie in kleinen Gruppen neueste Entwicklungen auf hohem theoretischen Niveau kennen, sie probieren ihre frisch erworbenen Kenntnisse in Übungen und Projekten auch gleich praktisch aus."

Bemerkenswert an der Aktion ist auch das gemeinsame Vorgehen aller Universitäten in Deutschland. "Eigentlich müssten wir uns ja gegenseitig Konkurrenz machen, denn es ist das Ziel jeder Hochschule, sich zu profilieren", führt dazu Prof. Maria Hennes von der Universität Karlsruhe aus, "aber wir haben unsere Studienanfänger nach ihrer Herkunft befragt - die allermeisten kommen aus der jeweiligen Region. Vor diesem Hintergrund besteht natürlich keine ausgeprägte Konkurrenz."

Die Deutsche Geodätische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften hat ihren Sitz in München. Die DGK unterstützt die geodätische Forschung in Deutschland und berät verschiedenste Einrichtung bei ihren Forschungsprojekten. Sie koordiniert ebenfalls das Geodäsie- und Geoinformatikstudium an den Universitäten.

 

 

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